Kalender

1. März 2026 – Baba Marta Tag

Der Baba Marta Tag (Баба Марта, wörtlich "Oma März") ist ein alter bulgarischer Brauch, der jedes Jahr am 1. März gefeiert wird und den Wechsel vom Winter zum Frühling markiert.

Der Baba Marta Tag (Баба Марта, wörtlich „Oma März“) ist ein alter bulgarischer Brauch, der jedes Jahr am 1. März gefeiert wird und den Wechsel vom Winter zum Frühling markiert. Dieser Tag ist eng mit dem Austausch und dem Tragen der rot-weißen Marteniza verbunden, die Gesundheit, Glück und das nahende Frühlingserwachen symbolisiert.

Der Name „Baba Marta“ bezeichnet in der bulgarischen Volksüberlieferung eine mythologische Figur; eine launische, alte Frau, deren Gemütslage das oft wechselhafte Wetter im März bestimmen soll. Lächelt Baba Marta, so bringt sie Wärme und Sonnenschein; gerät sie in Zorn, folgt noch einmal Kälte oder sogar Schnee. Aus diesem Volksglauben erklärt sich die besondere Aufmerksamkeit, die dem ersten März im Jahreslauf zukommt.

Im Zentrum des Brauchs steht die Marteniza (bulg. мартеница): ein kleines Schmuckstück aus rot-weißem Garn, das als Armband, Brosche oder in Form zweier kleiner Puppen namens Pizho und Penda getragen wird. Rot und Weiß sind traditionelle Farben, die Leben, Gesundheit und Wiedergeburt nach dem Winter symbolisieren. Am 1. März schenken sich Familien, Freunde und Nachbarn diese Martenizi mit dem Wunsch nach Gesundheit und Glück im kommenden Jahr.

Die Marteniza wird so lange getragen, bis der Träger ein deutliches Zeichen des Frühlings sieht; etwa eine Schwalbe oder einen Storch, die aus wärmeren Regionen zurückkehren, oder einen blühenden Baum. Dann wird sie abgenommen und häufig an einem Baumzweig festgebunden oder an einem anderen symbolischen Ort hinterlassen. Diese Geste vollendet den Übergang vom Winter zum Frühling und verbindet das persönliche Ritual mit dem natürlichen Jahreslauf.

Ursprünge dieses Brauchs reichen weit in die Vergangenheit. Viele Historiker sehen darin Spuren vorchristlicher Frühlings- und Fruchtbarkeitsriten, die im Laufe der Zeit mit lokalen Erzählungen und Symbolen verwoben wurden. In einigen Legenden ist Baba Marta die Schwester der Monate Januar und Februar, die sie mit ihrem wechselnden Temperament begleitet. Andere erzählen, dass im 7. Jahrhundert bei der Gründung des bulgarischen Staates farbige Fäden übermittelt wurden, die später zur Marteniza wurden.

Heute ist der Baba Marta Tag ein lebendiger Bestandteil der bulgarischen Alltagskultur. Zwar ist er kein offizieller Feiertag im staatlichen Sinn, doch am ersten März sieht man die rot-weißen Bänder im ganzen Land: an Handgelenken, an Kleidern und in den Geschäften. Schulen und Gemeinschaftszentren greifen den Brauch auf, Kinder basteln Martenizi selbst und tragen so dazu bei, dass diese alte Tradition weitergegeben wird.

Die Bedeutung dieser Tradition wurde auch über die Landesgrenzen hinaus anerkannt: Die mit dem 1. März verbundenen kulturellen Praktiken gehören seit einigen Jahren zur Repräsentativen Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO, gemeinsam mit verwandten Bräuchen in anderen Teilen Südosteuropas.

Bildquellen auf dieser Seite:

  • Jean-Michel-JarreA.Savin-WikiCommons-Public-Domain-crop: A.Savin, WikiCommons | Public Domain Mark 1.0
  • Pluto-Planet-Sternplanet: Test

Heute ist außerdem...

Sehen Sie, was heute sonst noch los ist.

Entdecken