Am 5. März wird jedes Jahr der Europäische Tag der Vermessung und Geoinformation gefeiert. Dieser Tag soll die Bedeutung und die Errungenschaften der Vermessung und Geoinformation für die Gesellschaft und die Umwelt hervorheben.
Der Grund liegt in der Geschichte der Kartographie, der Wissenschaft der Landkarten. An diesem Tag im Jahr 1512 wurde nämlich der berühmte Kartograph und Geograph Gerhard Mercator geboren. Mercator ist vor allem bekannt für seine Weltkarte, die er 1569 veröffentlichte. Diese Karte war die erste, die die Erde in einem winkeltreuen Koordinatensystem darstellte, das heißt, dass die Winkel zwischen den Längen- und Breitengraden überall gleich groß waren. Dies erleichterte die Navigation auf See, da die Kurslinien der Schiffe als gerade Linien auf der Karte erschienen.
Mercators Arbeit bildet eine wichtige Grundlage für die moderne Vermessung und Geoinformation, die sich seitdem stetig weiterentwickelt hat. Heute werden nicht nur die Erdoberfläche, sondern auch die Höhe, die Schwerkraft, das Klima und viele andere Aspekte der Umwelt mit hoher Präzision erfasst, analysiert und visualisiert. Dabei kommen moderne Technologien wie Satelliten, Drohnen, Laserscanner, Sensoren und Geoinformationssysteme zum Einsatz.
Die Vermessung und Geoinformation liefert nicht nur wertvolle Daten für die Wissenschaft, die Wirtschaft, die Verwaltung und die Öffentlichkeit, sondern auch Lösungen für aktuelle und zukünftige Herausforderungen. Zum Beispiel können Geodaten helfen, die Infrastruktur zu planen, zu bauen und zu erhalten, das Eigentum an Grund und Boden zu sichern, die Raumordnung und die Stadtentwicklung zu gestalten, die Natur und die Kultur zu schützen und vieles mehr.
Der Europäische Tag der Vermessung und Geoinformation soll daher nicht nur das Bewusstsein für die Bedeutung und die Vielfalt der Vermessung und Geoinformation schärfen, sondern auch das Interesse für diesen spannenden und zukunftsorientierten Beruf wecken. Denn die Vermessung und Geoinformation braucht qualifizierte und motivierte Fachkräfte, die die Welt vermessen und gestalten wollen.
Der Europäische Tag der Vermessung und Geoinformation wurde 2012 vom Europäischen Rat für Vermessungswesen (CLGE) ins Leben gerufen, um an den 500. Geburtstag von Mercator zu erinnern. Seitdem wird er jedes Jahr von verschiedenen Organisationen, Institutionen und Verbänden aus dem Bereich der Vermessung und Geoinformation begangen. In Deutschland beteiligen sich unter anderem die Ingenieurkammern, die Vermessungsverwaltungen, die Hochschulen und die Berufsverbände an diesem Tag mit verschiedenen Aktionen, Veranstaltungen und Informationsangeboten.
