Am 5. März wird in den USA der Tag des Absinths (National Absinthe Day) gefeiert, ein Ehrentag für das Getränk, das auch als “die grüne Fee” bekannt ist. Absinth ist eine Spirituose aus Wermut, Anis, Fenchel und Süßholz, die im 18. Jahrhundert in der Schweiz erfunden wurde und im frühen 20. Jahrhundert in Frankreich vor allem bei Künstlern und Schriftstellern beliebt war. Namen wie Ernest Hemingway, James Joyce, Pablo Picasso, Vincent van Gogh und Oscar Wilde gehören zu den berühmten Absinth-Trinkern.
Absinth hat einen hohen Alkoholgehalt von bis zu 75 Prozent und enthält Spuren von Thujon, einer chemischen Verbindung, die psychoaktive Wirkungen haben soll. Deshalb wurde Absinth lange Zeit als gefährlich und halluzinogen angesehen und in vielen Ländern verboten, darunter auch in Deutschland. Das Verbot wurde im Jahr 1923 eingeführt und wurde im Jahr 1998 aufgehoben, nachdem wissenschaftliche Studien gezeigt hatten, dass Absinth nicht schädlicher ist als andere alkoholische Getränke. Seitdem ist Absinth in Deutschland wieder legal, aber es gibt einen Grenzwert von höchstens 35 mg Thujon pro Liter für Bitterspirituosen.
Seitdem hat Absinth eine Renaissance erlebt und wird wieder in vielen Bars und Geschäften angeboten. Der Tag des Absinths soll an die Geschichte und Kultur des Absinths erinnern und die Menschen dazu einladen, das Getränk zu probieren oder zu genießen. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, Absinth zu trinken: pur, mit Wasser verdünnt, mit Zucker gesüßt oder als Zutat für Cocktails. Eine traditionelle Methode ist das sogenannte “Louching”, bei dem man einen Zuckerwürfel auf einen speziellen Löffel legt, der über ein Glas mit Absinth gehalten wird, und dann langsam Eiswasser über den Zuckerwürfel tropfen lässt, bis sich der Absinth milchig-trüb färbt.
Der Tag des Absinths wurde vermutlich von einem Absinth-Liebhaber oder -Hersteller ins Leben gerufen, um das Getränk zu bewerben und zu rehabilitieren. Eine genaue Urheberschaft ist jedoch nicht dokumentiert. Der 5. März wurde als Datum gewählt, weil an diesem Tag im Jahr 2007 der erste legale Absinth in den USA verkauft wurde.
Wer also am 5. März Lust hat, die grüne Fee zu besuchen, kann sich einen Absinth gönnen und sich in die Welt der Bohème entführen lassen.
