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10. März 1949 – Musterschutz auf den Skibob

Am 10. März 1949 erhielt der österreichische Unternehmer und Erfinder Engelbert Brenter Musterschutz für ein neuartiges Wintersportgerät, das er „Sitzski“ nannte. Dieses Datum gilt heute als Geburtsstunde des modernen Skibobsports.

Am 10. März 1949 erhielt der österreichische Unternehmer und Erfinder Engelbert Brenter Musterschutz für ein neuartiges Wintersportgerät, das er „Sitzski“ nannte. Dieses Datum gilt heute als Geburtsstunde des modernen Skibobsports. Brenter, der 1897 geboren wurde und in Hallein bei Salzburg eine kleine Schlitten- und Skimanufaktur betrieb, entwickelte mit seinem Sitzski ein Fahrzeug, das die Prinzipien des Skifahrens erstmals konsequent auf ein sitzendes Sportgerät übertrug. Damit entstand ein Wintersportgerät, das sich deutlich von älteren Versuchen unterschied und den Weg für eine eigene Sportart ebnete.

Die Idee eines Fahrzeugs für den Schnee, das an ein Fahrrad erinnert, ist allerdings deutlich älter. Bereits im 19. Jahrhundert experimentierten Erfinder in Europa und Nordamerika mit Konstruktionen, bei denen Fahrräder oder Schlitten mit Kufen oder Skiern kombiniert wurden. Ein amerikanisches Patent aus dem Jahr 1892 beschrieb etwa einen „einspurigen gelenkten Schlitten“, der als früher Vorläufer gelten kann. Diese Modelle erwiesen sich jedoch als technisch unausgereift und setzten sich nicht durch, weil sie das für den Skisport typische Gleiten und Kurvenfahren kaum ermöglichten.

Erst Brenters Konstruktion brachte den entscheidenden Durchbruch. Sein Sitzski besaß einen Rahmen mit Sitz, einen lenkbaren Vorder- und einen Hinterski sowie kurze Zusatzski an den Füßen des Fahrers. Durch diese Kombination konnte der Fahrer nicht nur sicher auf der Piste fahren, sondern auch Schwünge ausführen, ähnlich wie beim alpinen Skilauf. Zudem integrierte Brenter eine Federung, die das Gerät stabiler und komfortabler machte. Damit wandelte sich das bisher eher als Transportmittel gedachte Schneefahrzeug zu einem echten Sportgerät.

In den folgenden Jahren entwickelte sich rund um diese Erfindung eine eigene Wintersportdisziplin. Bereits Anfang der 1950er Jahre fanden erste Rennen statt, und 1967 wurden die ersten Weltmeisterschaften im Skibobfahren ausgetragen. Besonders erfolgreich waren Sportler aus Österreich, der Schweiz und Deutschland. Die Geräte selbst wurden ständig weiter verbessert, etwa durch leichtere Materialien, bessere Federungen oder aerodynamische Formen. In den 1970er Jahren entstanden sogar spezielle Modelle wie der Arova-Porsche-Skibob, der sich zusammenklappen und im Kofferraum eines Sportwagens transportieren ließ.

Eine besondere Bedeutung hat der Skibob auch im Bereich des inklusiven Sports. Da der Fahrer beim Skibob sitzt und das Gleichgewicht weniger stark belastet wird als beim klassischen Skifahren, eignet sich dieses Gerät auch für Menschen mit körperlichen Einschränkungen. Schon kurz nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Skibob unter anderem eingesetzt, um Kriegsversehrten das Skifahren wieder zu ermöglichen. Bis heute bietet diese Sportart vielen Behinderten die Möglichkeit, alpine Pisten zu erleben und Wintersport aktiv auszuüben.

Mehr als sieben Jahrzehnte nach Brenters Musterschutz gilt der Skibob noch immer als ungewöhnliche, aber faszinierende Alternative zum klassischen Skisport. Obwohl er nie die Massenverbreitung von Ski oder Snowboard erreicht hat, hat sich eine treue Szene aus Freizeitfahrern und Wettkampfsportlern gebildet. Die Erfindung aus dem Jahr 1949 zeigt damit, wie eine technische Idee aus einer kleinen Werkstatt in Salzburg eine eigenständige Wintersportkultur hervorbringen konnte.

Bild: Werner Niedermeier | Werner Niedermeier

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