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16. März 2026 – Tag der Lippen

Der 16. März bietet uns die Gelegenheit, einem oft übersehenen, aber wesentlichen Teil unseres Gesichts Anerkennung zu zollen: unseren Lippen.

Der Tag der Lippen, im Englischen National Lips Appreciation Day, gehört zu jener Gruppe amerikanischer Aktionstage, die eher aus der Kultur der kuriosen Kalender als aus staatlichen oder medizinischen Kampagnen stammen. Gefeiert wird er jedes Jahr am 16. März. Erfunden wurde er von dem Ehepaar Thomas und Ruth Roy, das mit seiner Plattform Wellcat Holidays seit vielen Jahren eine große Zahl ungewöhnlicher Feiertage sammelt und verbreitet. Die beiden formulierten den Anlass ausdrücklich als Einladung, den Lippen einmal bewusst Aufmerksamkeit zu schenken und ihnen etwas Gutes zu tun. Auf ihrer eigenen Feiertagsliste heißt es sinngemäß, man solle an diesem Tag etwas Nettes für seine Lippen tun.

Der Hintergrund dieses Tages ist damit deutlich weniger feierlich als bei internationalen Gedenktagen der Vereinten Nationen oder staatlich eingeführten Aktionstagen. Thomas und Ruth Roy wollten keinen politischen Appell formulieren, sondern einen alltagsnahen, leicht zugänglichen Anlass schaffen. Im Mittelpunkt steht die Idee, Lippen nicht nur als Schönheitsmerkmal zu sehen, sondern auch als empfindlichen und funktional wichtigen Teil des Körpers. Spätere Beschreibungen des Tages greifen genau das auf und betonen, dass es um Wertschätzung, Pflege und Bewusstsein für die besondere Rolle der Lippen geht.

Tatsächlich sind Lippen anatomisch bemerkenswert. Sie besitzen keine Schweißdrüsen und praktisch keine Talgdrüsen, trocknen daher schneller aus als viele andere Hautpartien und reagieren empfindlich auf Kälte, Wind und Sonne. Zugleich spielen sie eine zentrale Rolle beim Sprechen, Essen, Trinken, Pfeifen, Küssen und bei der Mimik. Viele populäre Texte zum Tag der Lippen verweisen zudem darauf, dass jeder Mensch ein individuelles Lippenmuster besitzt. Gerade diese Mischung aus Alltag, Ausdruck und Verletzlichkeit erklärt, warum ausgerechnet ein unscheinbares Körperdetail zum Gegenstand eines eigenen Aktionstags werden konnte.

Auffällig ist allerdings, dass sich für den Ursprung kein exakt belegtes Stiftungsjahr finden lässt. Sicher ist, dass der Tag aus dem Umfeld von Wellcat Holidays stammt und spätestens seit den 2000er Jahren in einschlägigen Feiertagskalendern auftaucht. Einzelne deutschsprachige Darstellungen ordnen seine Entstehung allgemein dem Zeitraum Ende der 1990er oder Anfang der 2000er Jahre zu. Präziser lässt sich das derzeit nicht belegen. Wer nach einer offiziellen Proklamation, einer medizinischen Fachgesellschaft oder einer historischen Gründungsurkunde sucht, wird deshalb nicht fündig. Der Tag der Lippen ist eher ein typisches Produkt der amerikanischen Alltagskultur rund um erfundene Thementage als ein historisch streng dokumentierter Gedenkanlass.

Gerade darin liegt wohl auch seine anhaltende Attraktivität. Der Tag der Lippen verlangt keine große Zeremonie und keine institutionelle Teilnahme. Er erinnert schlicht daran, dass selbst ein kleiner Teil des Gesichts medizinisch, kulturell und sozial bedeutsam ist. Thomas und Ruth Roy haben ihn offenkundig genau aus diesem Grund erfunden: als freundlich gemeinten Denkanstoß, die Lippen nicht als Selbstverständlichkeit zu behandeln, sondern als etwas, das Schutz, Pflege und gelegentlich auch ein wenig Anerkennung verdient.

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