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18. März 1895 – Der erste Benzinbus der Welt und der Beginn des modernen Linienverkehrs

Am 18. März 1895 begann im Siegerland ein Kapitel der Verkehrsgeschichte, das zunächst unscheinbar wirkte und doch weitreichende Folgen haben sollte. An diesem Tag nahm die weltweit erste Buslinie mit einem benzinbetriebenen Omnibus ihren Betrieb auf.

Am 18. März 1895 begann im Siegerland ein Kapitel der Verkehrsgeschichte, das zunächst unscheinbar wirkte und doch weitreichende Folgen haben sollte. An diesem Tag nahm die weltweit erste Buslinie mit einem benzinbetriebenen Omnibus ihren Betrieb auf. Eingesetzt wurde das Fahrzeug von der Netphener Omnibusgesellschaft; gebaut wurde es vom Automobilpionier Carl Benz. Die Strecke führte von Siegen über Netphen nach Deuz und verband auf rund 15 Kilometern mehrere Orte miteinander.

Der eingesetzte Omnibus war technisch noch eng mit der Kutschenwelt verwandt. Er bot Platz für etwa acht bis zehn Fahrgäste, verfügte über einen rund fünf PS starken Motor und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 20 Stundenkilometern. Für die gesamte Strecke benötigte er rund eine Stunde und zwanzig Minuten. Damit war er zwar nicht wesentlich schneller als die zuvor eingesetzten Pferdeomnibusse, doch markierte er einen entscheidenden technologischen Schritt: den Übergang vom tier- oder dampfbetriebenen Verkehr hin zum Verbrennungsmotor.

Der Betrieb verlief allerdings alles andere als reibungslos. Steile Anstiege überforderten den Motor, sodass Fahrgäste mitunter aussteigen und schieben mussten. Auch die Straßenverhältnisse und technische Probleme, etwa mit den Reifen, führten zu häufigen Ausfällen. Bereits im Dezember 1895 wurde der Betrieb wieder eingestellt und vorübergehend zu Pferdeomnibussen zurückgekehrt. Dennoch war das Experiment von grundlegender Bedeutung.

Die eigentliche Wirkung dieses frühen Linienverkehrs zeigte sich erst in den folgenden Jahrzehnten. Die Idee eines motorisierten Omnibusverkehrs setzte sich trotz anfänglicher Rückschläge weltweit durch. Verbesserte Motoren, robustere Fahrzeuge und ausgebaute Straßen machten den Bus zu einem der wichtigsten Verkehrsmittel des 20. Jahrhunderts. Städte und Regionen konnten nun flexibel verbunden werden, auch dort, wo sich der Bau von Eisenbahnlinien nicht lohnte.

Heute ist der Bus aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. In Deutschland werden jedes Jahr Milliarden Fahrgäste im öffentlichen Nahverkehr befördert, ein erheblicher Teil davon mit Omnibussen. Sie erschließen ländliche Räume, ergänzen den Schienenverkehr und bilden in vielen Städten das Rückgrat des öffentlichen Verkehrsnetzes. Die Grundidee, Menschen regelmäßig auf festgelegten Linien zu transportieren, geht direkt auf jene frühen Versuche im Siegerland zurück.

Der 18. März 1895 bleibt daher mehr als eine historische Randnotiz. Er markiert den Beginn eines Verkehrssystems, das Mobilität für breite Bevölkerungsschichten zugänglich machte und bis heute eine zentrale Rolle im öffentlichen Leben spielt. Was einst zwischen Siegen und Deuz unter Mühen begann, ist längst zu einem globalen Netzwerk geworden, das Städte, Regionen und Menschen miteinander verbindet.

Bild: Gemeinfrei | Gemeinfrei

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  • Erster_Benzin-Omnibus_der_Welt Gemeinfrei: Gemeinfrei | Gemeinfrei

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