Wilhelm Conrad Röntgen, geboren am 27. März 1845 in Lennep, heute ein Stadtbezirk von Remscheid, war ein deutscher Physiker und Hochschullehrer, der für seine bahnbrechende Entdeckung der X-Strahlen, bekannt als Röntgenstrahlen, berühmt wurde. Seine Entdeckung am 8. November 1895 im Physikalischen Institut der Universität Würzburg revolutionierte nicht nur die medizinische Diagnostik, sondern führte auch zu weiteren wichtigen Erkenntnissen des 20. Jahrhunderts, wie der Entdeckung und Erforschung der Radioaktivität.
Röntgen war das einzige Kind des Tuchfabrikanten Friedrich Conrad Röntgen und dessen Ehefrau Charlotte Constanze Frowein. Die Familie zog 1848 nach Apeldoorn in die Niederlande, wo Röntgen seine frühe Bildung erhielt. Trotz guter Noten wurde sein Fleiß als mäßig eingestuft, und nach einem Missverständnis wurde er von der Schule verwiesen, ohne einen Abschluss zu erlangen.
Nachdem er als Gasthörer an der Universität zu Utrecht studiert hatte, begann Röntgen am 23. November 1865 sein Studium an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH Zürich), wo er 1869 seinen Abschluss machte. Er diente als Professor für Physik an den Universitäten von Straßburg, Gießen, Würzburg und München. Seine Forschung umfasste Themen wie Elastizität, Kapillarwirkung von Flüssigkeiten, spezifische Wärme von Gasen, Wärmeleitung in Kristallen, Absorption von Wärme durch Gase und Piezoelektrizität.
Am 8. November 1895 entdeckte Röntgen eine neue Art von Strahlung, die er “X-Strahlen” nannte, da ihre Natur unbekannt war. Diese Strahlen hatten die Fähigkeit, Papier, Holz und Aluminium zu durchdringen und fotografische Platten zu beeinflussen. Röntgen erkannte schnell das medizinische Potenzial seiner Entdeckung und machte die ersten Röntgenaufnahmen, darunter auch von den Knochen in der Hand seiner Frau.
Für seine Entdeckung erhielt Röntgen 1901 den ersten Nobelpreis für Physik. Er lehnte ein Adelstitel ab, akzeptierte jedoch einen Ehrendoktortitel der Medizin von der Universität Würzburg. Röntgen nahm kein Patent auf seine Entdeckung, da er der Meinung war, dass seine Arbeit allen zugutekommen sollte.
Wilhelm Conrad Röntgen verstarb am 10. Februar 1923 in München. Sein Vermächtnis lebt jedoch weiter in der fortwährenden Anwendung der Röntgentechnik in der Medizin und in zahlreichen anderen wissenschaftlichen und technischen Bereichen.
