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13. April 1889 – Gründung Rheinmetall

Am 13. April 1889 gegründet, entwickelte sich Rheinmetall vom Munitionshersteller des Kaiserreichs zu einem globalen Technologiekonzern der Sicherheitsindustrie.

Am 13. April 1889 gründete der Hörder Bergwerks- und Hütten-Verein ein Unternehmen, das zunächst unscheinbar wirkte und doch zu einem der bedeutendsten Rüstungskonzerne Europas werden sollte: die „Rheinische Metallwaaren- und Maschinenfabrik Actiengesellschaft“, aus der später Rheinmetall hervorging.

Die Gründung fiel in eine Phase rasanten industriellen Wachstums im Deutschen Kaiserreich. Der Hörder Verein, selbst ein Schwergewicht der Stahlindustrie im Ruhrgebiet, suchte nach neuen Absatzfeldern für seine Produkte. Unter der Leitung von Generaldirektor Josef Massenez entstand daher ein Unternehmen, das gezielt Munition für das Militär herstellen sollte. Bereits im selben Jahr nahm das erste Werk in Düsseldorf die Produktion auf.

In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich Rheinmetall schnell zu einem technologisch führenden Unternehmen. Neue Fertigungsverfahren, etwa für nahtlose Rohre, sowie innovative Waffentechnik trieben das Wachstum voran. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg war Rheinmetall ein zentraler Zulieferer des Militärs und beschäftigte tausende Arbeiter. Mit Kriegsbeginn 1914 vervielfachte sich die Produktion; die Belegschaft wuchs bis Kriegsende auf fast 50.000 Beschäftigte.

Nach dem Krieg geriet das Unternehmen in eine schwierige Phase. Der Versailler Vertrag verbot Deutschland die Herstellung vieler Waffen. Rheinmetall reagierte mit einer Umstellung auf zivile Produkte wie Lokomotiven, Landmaschinen und Bürotechnik. Diese Phase blieb jedoch nur von begrenzter Dauer. Bereits Anfang der 1920er Jahre durfte die Rüstungsproduktion wieder aufgenommen werden, und der Staat gewann zeitweise erheblichen Einfluss auf das Unternehmen.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde Rheinmetall erneut zu einem wichtigen Bestandteil der deutschen Rüstungsindustrie. 1936 fusionierte das Unternehmen mit dem Lokomotivhersteller Borsig zur Rheinmetall-Borsig AG. Während des Zweiten Weltkriegs produzierte der Konzern in großem Umfang Waffen und Munition und setzte dabei auch Zwangsarbeiter ein, ein Kapitel, das bis heute zur historischen Aufarbeitung gehört.

Nach 1945 stand Rheinmetall erneut vor einem Neuanfang. Die Rüstungsproduktion war zunächst verboten, und das Unternehmen konzentrierte sich wieder auf zivile Güter. Mit der Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Deutschland in den 1950er Jahren änderte sich die Lage grundlegend. Rheinmetall kehrte schrittweise in die Verteidigungsindustrie zurück und entwickelte sich zu einem wichtigen Ausrüster der Bundeswehr.

In den folgenden Jahrzehnten wandelte sich das Unternehmen mehrfach. Neben dem Rüstungsgeschäft baute Rheinmetall auch zivile Bereiche auf, insbesondere im Automobilzuliefersektor. Durch Übernahmen und Kooperationen erweiterte der Konzern seine Kompetenzen, etwa in der Fahrzeugtechnik, Elektronik und Sicherheitstechnologie. Seit den 1990er Jahren setzte eine strategische Neuausrichtung ein, die den Fokus wieder stärker auf militärische Systeme legte, darunter gepanzerte Fahrzeuge, Munition und Waffensysteme.

Heute ist Rheinmetall ein international tätiger Technologiekonzern mit Sitz in Düsseldorf. Das Unternehmen gliedert sich in zwei große Bereiche: Verteidigung und zivile Industrie, insbesondere Komponenten für die Automobilbranche. In den letzten Jahren hat sich Rheinmetall vor allem durch steigende Verteidigungsausgaben und geopolitische Spannungen stark entwickelt. Der Konzern wurde 2023 in den deutschen Leitindex DAX aufgenommen und zählt inzwischen zu den wichtigsten Akteuren der europäischen Rüstungsindustrie.

Die Geschichte von Rheinmetall spiegelt damit mehr als ein Jahrhundert deutscher Industrie- und Zeitgeschichte wider. Vom Montanunternehmen im Ruhrgebiet über die Rüstungsproduktion der Weltkriege bis hin zum globalen Technologiekonzern zeigt sich ein Unternehmen, das sich immer wieder an politische und wirtschaftliche Umbrüche angepasst hat und dabei seine zentrale Rolle in der Sicherheitsindustrie behauptet hat.

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