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15. April 2026 – Radiergummi-Tag

Am 15. April feiert die Welt den Radiergummi-Tag (National Rubber Eraser Day), einen Tag, der dem unscheinbaren, aber unverzichtbaren Radiergummi gewidmet ist.

Der Tag des Radiergummis (National Rubber Eraser Day) fällt auf den 15. April. Das Datum verweist auf einen Eintrag des Naturforschers Joseph Priestley aus dem Jahr 1770. Priestley beschrieb damals eine Substanz, mit der sich Bleistiftspuren vom Papier entfernen ließen. Oft wird er deshalb als Erfinder des Radiergummis genannt. Ganz korrekt ist das nicht. Priestley hielt die Beobachtung fest und trug dazu bei, dass sich die Bezeichnung „rubber“ verbreitete; als früher Vermarkter des Kautschukradierers gilt vielmehr der Londoner Instrumentenbauer Edward Nairne.

Die Geschichte des Radierens begann allerdings deutlich früher. Lange bevor sich Kautschuk als Material durchsetzte, behalf man sich mit anderen Mitteln. Für Bleistiftspuren wurden unter anderem weiche Brotkrumen verwendet; auf Pergament und anderen Schreibträgern kamen je nach Material auch abrasive Verfahren zum Einsatz. Dass Brot tatsächlich als eine Art früher Radierer diente, ist keine Folklore, sondern in restauratorischen und historischen Zusammenhängen gut belegt. Erst im 18. Jahrhundert setzte sich die Erkenntnis durch, dass Naturkautschuk für diesen Zweck besser geeignet war.

Der frühe Radiergummi war jedoch noch kein ausgereiftes Alltagsprodukt. Rohkautschuk war empfindlich, wurde klebrig und hielt sich nicht besonders gut. Einen entscheidenden Fortschritt brachte die Vulkanisation, die Charles Goodyear 1839 entwickelte. Durch dieses Verfahren wurde Gummi haltbarer und alltagstauglicher. Erst damit konnte sich der Radiergummi im 19. Jahrhundert wirklich breit durchsetzen, in Schulen, Büros, Zeichenstuben und Privathaushalten.

Ein weiterer Schritt zur Erfolgsgeschichte war die Verbindung von Bleistift und Radiergummi. 1858 erhielt Hymen Lipman in den USA ein Patent auf einen Bleistift mit angebrachtem Radierer. Dieses Patent wurde später vom Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten für ungültig erklärt, weil es nach Auffassung des Gerichts lediglich zwei bekannte Dinge miteinander kombinierte. Historisch bedeutend blieb die Idee dennoch. Der Bleistift mit Radiergummi am Ende wurde zu einem der erfolgreichsten Schreibgeräte der Moderne.

Im 20. Jahrhundert differenzierte sich der Radiergummi weiter aus. Es entstanden weichere Modelle für sauberes Korrigieren, härtere Varianten für Tinte sowie spezielle Formen für technische Zeichner, Künstler und Büroarbeit. Sogar elektrische Radierer kamen auf den Markt und wurden vor allem von Zeichnern und in Bibliotheken genutzt, wo häufig Katalogkarten korrigiert werden mussten. Der Radiergummi blieb damit keineswegs bloß ein Schulutensil, sondern war über viele Jahrzehnte ein wichtiges Werkzeug der Schreib und Verwaltungskultur.

Heute ist seine Rolle kleiner geworden, auch wenn er keineswegs verschwunden ist. Wer am Computer schreibt, löscht Fehler mit der Rücktaste oder macht sie per Undo Funktion rückgängig. Texte werden digital überarbeitet, verschoben und neu gefasst, ohne dass Papier oder Radiergummi überhaupt noch nötig wären. Auch die E Mail hat klassische handschriftliche und maschinenschriftliche Korrespondenz in vielen Bereichen verdrängt. Der Radiergummi hat dadurch längst nicht mehr die selbstverständliche Bedeutung, die er einmal hatte. Gerade im schulischen Alltag, beim Zeichnen, Skizzieren, Entwerfen und überall dort, wo mit dem Bleistift gearbeitet wird, bleibt er dennoch unverzichtbar.

Ein wenig passt es deshalb, dass ausgerechnet ein so unscheinbarer Gegenstand einen eigenen Gedenktag hat. Der Radiergummi steht für eine stille Errungenschaft der Schreibgeschichte: nicht für das perfekte Schreiben, sondern für die Möglichkeit, Fehler zu korrigieren. Und vielleicht erklärt gerade das, warum er trotz Computer, E Mail und automatischer Korrekturprogramme noch immer nicht ganz aus dem Alltag verschwunden ist.

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