Am 1. Mai denken viele an Maibäume, Demonstrationen und arbeitsfreie Stunden; kaum jemand weiß jedoch, dass dieser Tag auch dem Schutz einer der bedrohtesten Tierarten der Welt gewidmet ist: dem Nashorn. Der Tag zum Schutz des Nashorns (Save the Rhino Day) ruft dazu auf, innezuhalten und sich bewusst zu machen, wie dramatisch die Lage dieser urzeitlich anmutenden Tiere ist.
Fünf Nashornarten leben heute noch auf unserem Planeten: das Breitmaul- und Spitzmaulnashorn in Afrika sowie das Panzernashorn, das Java- und das Sumatra-Nashorn in Asien. Drei dieser Arten gelten als akut vom Aussterben bedroht. Besonders dramatisch ist die Situation für das Java-Nashorn: Von ihm gibt es weltweit nur noch etwa 80 Exemplare; alle in einem einzigen Nationalpark auf der indonesischen Insel Java.
Nach offiziellen Angaben der südafrikanischen Regierung wurden 2025 in Südafrika 352 Nashörner gewildert. Das waren 68 weniger als 2024, als 420 Tiere getötet wurden; 2023 waren es noch 499 gewesen. Damit ist die Zahl seit dem Höchststand der Krise im Jahr 2014, als in Südafrika 1.215 Nashörner gewildert wurden, deutlich gesunken. Entwarnung bedeutet das jedoch nicht: Noch immer werden in Südafrika im Durchschnitt fast sieben Nashörner pro Woche getötet. Der weltweite Bestand an Spitzmaulnashörnern liegt derzeit bei rund 6.800 Tieren; die Art bleibt stark bedroht. Das Nördliche Breitmaulnashorn ist auf natürlichem Weg praktisch ausgestorben: Die letzten beiden bekannten Tiere, Najin und Fatu, sind Weibchen und leben unter strengem Schutz in der Ol Pejeta Conservancy in Kenia. Eine natürliche Fortpflanzung ist nicht mehr möglich. Hoffnung gibt es nur noch durch aufwendige Verfahren der assistierten Reproduktion; bis 2026 wurden im Rahmen des BioRescue-Projekts 39 reine Embryonen des Nördlichen Breitmaulnashorns erzeugt.
Der Grund für den drastischen Rückgang: Wilderei und Lebensraumverlust. Trotz internationaler Schutzabkommen floriert der illegale Handel mit Nashorn-Horn, das in manchen Teilen Asiens fälschlich als Heilmittel gilt. Pro Kilogramm werden auf dem Schwarzmarkt bis zu 60.000 US-Dollar gezahlt; mehr als für Gold. Dabei besteht das Horn lediglich aus Keratin, dem gleichen Stoff wie unsere Fingernägel.
Naturschutzorganisationen wie „Save the Rhino International“ setzen sich seit Jahrzehnten für den Schutz der Tiere ein; mit Rangerprogrammen, Aufklärungsarbeit und dem Versuch, die Nachfrage nach Horn durch Bildung und Aufklärung zu senken. Der „Save the Rhino Day“ wurde ins Leben gerufen, um diese Bemühungen ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.
Das Nashorn ist nicht nur ein faszinierendes Tier; es ist ein Symbol für die Zerbrechlichkeit des Gleichgewichts zwischen Mensch und Natur. Der Tag zum Schutz des Nashorns erinnert uns daran, dass unser Umgang mit der Tierwelt langfristig auch über unser eigenes Überleben entscheidet.
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