Der Internationale Frauenfahrtag (International Female Ride Day) findet jedes Jahr am ersten Samstag im Mai statt. Er richtet sich an Frauen, die Motorrad, Roller, Trike fahren oder in anderen Bereichen des motorisierten Zweiradsports unterwegs sind. Im Mittelpunkt steht keine große zentrale Veranstaltung, sondern eine einfache Idee: Frauen fahren an diesem Tag sichtbar selbst.
Entstanden ist der Aktionstag 2007 in Kanada. Die Initiative geht auf Vicki Gray zurück, Motorradfahrer, Fahrtrainer und Gründer der Plattform Motoress. Der erste Internationale Frauenfahrtag fand am 4. Mai 2007 statt. Ursprünglich lag der Termin auf einem Freitag, seit 2014 wird der Tag am ersten Samstag im Mai begangen. Dadurch ist es für viele Teilnehmer einfacher geworden, Ausfahrten, Treffen oder gemeinsame Aktionen zu organisieren.
Das Motto des Tages lautet Just Ride. Es beschreibt den Charakter des Aktionstags ziemlich genau. Es geht nicht um lange Erklärungen, nicht um eine bestimmte Marke und nicht um eine bestimmte Art von Motorrad. Entscheidend ist, dass Frauen als aktive Fahrer wahrgenommen werden. Der Tag soll zeigen, dass Motorradfahren kein männlich besetzter Raum sein muss, auch wenn die Szene lange stark von Männern geprägt war.
Der Internationale Frauenfahrtag hat sich seit seiner Gründung weit über Kanada hinaus verbreitet. Frauen nutzen ihn für gemeinsame Ausfahrten, kleine lokale Treffen, Fotobeiträge in sozialen Netzwerken oder einfach für eine persönliche Runde auf dem Motorrad. Manche Gruppen verbinden den Tag mit Fahrsicherheitstrainings oder Einsteigerangeboten. Andere fahren bewusst allein, gerade weil auch das zum Anliegen passt: selbst entscheiden, selbst fahren, selbst sichtbar sein.
Seine Bedeutung liegt weniger in einem festgelegten Programm als in der symbolischen Wirkung. Frauen auf Motorrädern sind heute keine Ausnahme mehr, werden aber noch immer häufig als Besonderheit wahrgenommen. Der Aktionstag macht deutlich, dass sich dieses Bild verändert hat. Er würdigt Fahrerfahrung, Selbstständigkeit und technische Leidenschaft, ohne daraus eine Kampagne mit erhobenem Zeigefinger zu machen.
Auch für die Motorradkultur insgesamt ist der Tag interessant. Er zeigt, wie vielfältig die Szene geworden ist. Dazu gehören junge Fahrer ebenso wie erfahrene Tourenfahrer, Pendler, Sportfahrer, Rollerfahrer und Reisende. Der Internationale Frauenfahrtag ist deshalb nicht nur ein Termin im Kalender, sondern ein sichtbares Zeichen dafür, dass Mobilität, Abenteuerlust und Freude am Fahren nicht an alte Rollenbilder gebunden sind.
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