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5. Mai 1921 – Coco Chanel präsentiert Chanel Nº 5

Am 5. Mai 1921 stellte Gabrielle „Coco“ Chanel in ihrer Pariser Boutique in der Rue Cambon ein Parfum vor, das die Geschichte der Duftwelt verändern sollte. Chanel Nº 5 war das erste Parfum des Hauses Chanel.

Am 5. Mai 1921 stellte Gabrielle „Coco“ Chanel in ihrer Pariser Boutique in der Rue Cambon ein Parfum vor, das die Geschichte der Duftwelt verändern sollte. Chanel Nº 5 war das erste Parfum des Hauses Chanel und entstand in Zusammenarbeit mit dem Parfümeur Ernest Beaux. Der Termin war bewusst gewählt: der fünfte Tag des fünften Monats. Auch der Name folgte keiner romantischen Blütenfantasie, sondern der Nummer jener Probe, die Chanel unter mehreren Varianten auswählte. Gerade diese Nüchternheit wurde Teil des Mythos.

Chanel wollte keinen Duft, der nach einer einzelnen Blume roch. Viele Damenparfums waren damals noch stark an erkennbare Blüten wie Rose, Veilchen oder Jasmin gebunden. Beaux komponierte dagegen einen abstrakten Duft, in dem florale Bestandteile mit Aldehyden verbunden wurden. Diese synthetischen Duftstoffe verliehen dem Parfum eine helle, saubere, fast schwebende Wirkung. Chanel selbst wollte ein Parfum, das nicht Natur nachahmte, sondern eine moderne Vorstellung von Eleganz und Weiblichkeit ausdrückte.

Damit passte Chanel Nº 5 zu dem Bild, das Coco Chanel in der Mode bereits geprägt hatte. Sie hatte Frauen von überladenen Silhouetten, starren Korsetts und schwerer Dekoration weggeführt. Ihre Kleidung wirkte schlicht, beweglich und modern. Das Parfum folgte derselben Idee. Es war nicht verspielt, nicht süßlich sentimental und nicht in einer überladenen Schmuckflasche verborgen. Der Flakon war klar, kantig und fast sachlich. In einer Branche, die gern mit Ornamenten arbeitete, setzte Chanel auf Reduktion.

Der geschäftliche Aufstieg begann 1924 mit der Gründung der Société des Parfums Chanel. Sie sollte Parfums und Kosmetik herstellen und vertreiben. Ernest Beaux wurde der erste hauseigene Parfümeur. Damit löste sich Chanel Nº 5 aus dem engen Kreis der Kundschaft in der Rue Cambon und wurde international vermarktbar. Aus einem exklusiven Duft wurde ein Markenprodukt, ohne den Anschein des Exklusiven zu verlieren. Diese Balance zwischen Verfügbarkeit und Unnahbarkeit gehört bis heute zu den Erfolgsgeheimnissen des Parfums.

Zur Legende trug auch die Werbung bei. Coco Chanel verstand früh, gesellschaftlichen Glanz, Mundpropaganda und Knappheit miteinander zu verbinden. Später wurde Chanel Nº 5 zu einem der bekanntesten Beispiele dafür, wie ein Duft durch Bilder, Gesichter und Geschichten kulturell aufgeladen wird. Besonders prägend war Marilyn Monroe. Auf die Frage, was sie im Bett trage, soll sie geantwortet haben: nur ein paar Tropfen Chanel Nº 5. Der Satz verband den Duft dauerhaft mit Hollywood, Glamour und Sinnlichkeit.

Auch die Kunst griff das Parfum auf. Andy Warhol nahm die Flasche 1985 in seine „Ads“-Serie auf und behandelte sie wie ein Symbol moderner Konsumkultur. Das war folgerichtig: Chanel Nº 5 war längst mehr als ein Duft. Der Flakon war wiedererkennbar wie ein Logo, die Zahl eine Chiffre, der Name ein Versprechen. Das Parfum verband Luxus mit Massenbekanntheit und wurde dadurch selbst zur Ikone.

Bis heute ist Chanel Nº 5 ein Ausnahmefall. Viele Parfums verschwinden nach wenigen Jahren vom Markt, andere folgen wechselnden Trends. Chanel Nº 5 wurde zwar durch neue Konzentrationen und Varianten ergänzt, doch der Kern blieb erhalten. Der Duft steht weiterhin für eine kontrollierte, klare und wiedererkennbare Eleganz. Coco Chanel präsentierte am 5. Mai 1921 also nicht nur ein Parfum. Sie brachte ein Produkt auf den Markt, das Duft, Designobjekt, Werbeikone und kulturelles Erinnerungsbild zugleich wurde.

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