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9. Mai 1837 – Geburtstag Adam Opel

Am 9. Mai 1837 wurde Adam Opel, Gründer des gleichnamigen Automobilherstellers geboren.

Adam Opel wurde am 9. Mai 1837 in Rüsselsheim geboren. Sein Name steht heute vor allem für Autos, doch der Mann selbst hat nie ein Opel-Automobil gebaut. Als er am 8. September 1895 starb, war seine Firma ein erfolgreicher Hersteller von Nähmaschinen und Fahrrädern. Dass daraus später eine der bekanntesten deutschen Automarken wurde, lag an dem industriellen Fundament, das Opel gelegt hatte, und an der unternehmerischen Energie seiner Familie.

Opel war der älteste Sohn eines Schlossermeisters. Nach der Lehre ging er auf Wanderschaft, wie es für Handwerker damals üblich war. Besonders prägend wurden seine Jahre in Paris, wo er in Nähmaschinenfabriken arbeitete und die moderne Serienfertigung kennenlernte. 1862 kehrte er nach Rüsselsheim zurück und begann, eigene Nähmaschinen zu bauen. Zunächst arbeitete er in bescheidenen Verhältnissen, doch das Geschäft wuchs rasch. Eine entscheidende Rolle spielte auch seine Ehe mit Sophie Scheller, die er 1868 heiratete. Mit ihrer Unterstützung konnte Opel eine größere Fabrik errichten; aus der Werkstatt wurde ein Industriebetrieb.

Schon 1882 beschäftigte Opel nach Angaben der Stadt Rüsselsheim 210 Arbeiter und stellte jährlich 15.000 Nähmaschinen her. Vier Jahre später kam ein zweites Standbein hinzu: die Fahrradproduktion. Auch hier bewies Opel Gespür für einen wachsenden Markt. Fahrräder galten im späten 19. Jahrhundert als Zeichen moderner Mobilität. Opel erkannte früh, dass sie nicht nur ein Sportgerät, sondern ein Massenprodukt werden konnten. Als die Fahrradproduktion 1937 eingestellt wurde, hatte Opel rund 2,5 Millionen Räder verkauft und galt als einer der größten Fahrradhersteller der Welt.

Die Automobilgeschichte der Marke begann erst nach Adam Opels Tod. Seine Söhne übernahmen das Unternehmen und kauften 1899 die Motorwagenfabrik des Dessauer Konstrukteurs Friedrich Lutzmann. Damit begann in Rüsselsheim die Autoproduktion. Anfangs war der Erfolg keineswegs selbstverständlich. Die ersten Modelle blieben technisch schwierig und wirtschaftlich riskant. Doch Opel lernte schnell, kooperierte mit französischen Herstellern und entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem bedeutenden Fahrzeugbauer. 1924 führte Opel als erstes deutsches Unternehmen die Fließbandfertigung im Automobilbau ein; damit konnten Autos günstiger und in größeren Stückzahlen hergestellt werden. In den 1920er Jahren wurde Opel zum größten deutschen Automobilhersteller.

1929 übernahm General Motors zunächst die Mehrheit an Opel, später vollständig. Der Markenname blieb, die internationale Einbindung veränderte das Unternehmen jedoch grundlegend. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Opel in der Bundesrepublik zu einer Alltagsmarke, die mit Modellen wie Kadett, Rekord, Kapitän, Manta, Ascona, Corsa und Astra für breite Käuferschichten stand. Der Blitz auf dem Kühlergrill wurde zu einem vertrauten Zeichen auf deutschen Straßen.

Die jüngere Geschichte war unruhiger. Nach Jahrzehnten unter General Motors wurde Opel 2017 an den französischen PSA-Konzern verkauft. Seit 2021 gehört die Marke zu Stellantis, einem der größten Autokonzerne der Welt. Damit hat sich Opel erneut gewandelt: vom hessischen Familienbetrieb zum amerikanisch geprägten Konzernunternehmen, dann zum europäischen Teil einer internationalen Mehrmarkengruppe. Geblieben sind Rüsselsheim als historisches Zentrum und der Anspruch, bezahlbare Mobilität für viele Menschen anzubieten.

Auch die Zahlen zeigen, wie stark sich Opel verändert hat. Seit Beginn der Automobilproduktion 1899 haben mehr als 75 Millionen Opel-Fahrzeuge die Werke verlassen. Im ersten Quartal 2026 verkauften Opel und die britische Schwestermarke Vauxhall weltweit mehr als 157.000 Pkw und leichte Nutzfahrzeuge, knapp acht Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. In Europa kamen Opel und Vauxhall im selben Zeitraum auf mehr als 115.000 verkaufte Pkw und einen Marktanteil von 3,3 Prozent. In Deutschland wurden von Januar bis März 2026 fast 33.600 Opel-Pkw neu zugelassen; der Marktanteil lag bei 4,8 Prozent. Besonders wichtig bleibt der Corsa: Im ersten Quartal 2026 wurden in Deutschland mehr als 11.660 neue Corsa zugelassen, womit er erneut der meistverkaufte Kleinwagen seines Segments war.

Adam Opel selbst war kein Autopionier im engeren Sinn. Sein Lebenswerk lag in der Industrialisierung eines Handwerksbetriebs, in der Verbindung von Technik, Produktion und Marktgespür. Genau darin liegt seine Bedeutung. Er baute keine Autos, aber er schuf ein Unternehmen, das beweglich genug war, um vom Nähmaschinenbauer zum Fahrradhersteller und schließlich zur Automarke zu werden. Sein Geburtstag erinnert deshalb nicht nur an den Gründer einer bekannten Firma, sondern an einen Unternehmer, dessen Werk weit über seine eigene Lebenszeit hinauswirkte.

Bild: Gemeinfrei | Gemeinfrei

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