Am 13. Mai 1982 wurde in West-Berlin das Museum für Verkehr und Technik gegründet. Der Name klang zunächst sachlich, fast verwaltungsmäßig; tatsächlich begann damit eines der großen Berliner Museumsprojekte der Nachkriegszeit. Berlin hatte durch Krieg, Teilung und Zerstörung wichtige technikhistorische Sammlungen verloren oder nicht mehr an ihren ursprünglichen Orten zur Verfügung. Das neue Museum sollte diese Lücke schließen und zugleich mehr sein als eine Ansammlung alter Maschinen. Es verstand Technik von Anfang an als Teil der Kulturgeschichte, als etwas, das Arbeit, Alltag, Mobilität, Kommunikation und Stadtentwicklung prägt.
Die Vorgeschichte reicht weiter zurück. Bereits 1960 hatte sich ein Förderverein gebildet, der die Wiedererrichtung eines Verkehrsmuseums in Berlin vorantrieb. Ab 1964 wurden erste Teile der Sammlung öffentlich gezeigt, später folgten Sonderausstellungen in der Trebbiner Straße. 1980 legte der spätere Gründungsdirektor Günther Gottmann eine Konzeptskizze für ein Museum für Verkehr und Technik vor. Der Berliner Senat stimmte dem Vorhaben zu; zwei Jahre später wurde das Museum gegründet. Es knüpfte an frühere Berliner Einrichtungen an, vor allem an das Verkehrs- und Baumuseum, das Institut und Museum für Meereskunde sowie die Deutsche Luftfahrtsammlung.
Eröffnet wurde das Museum am 14. Dezember 1983 in der Trebbiner Straße in Kreuzberg, nahe dem ehemaligen Anhalter Bahnhof und dem Gleisdreieck. Zunächst standen nur rund 1.700 Quadratmeter Ausstellungsfläche zur Verfügung. Gezeigt wurden unter anderem Drucktechnik, Straßenverkehr, Schiffsmodelle, Schiffsmotoren, eine historische Werkstatt und ein erstes Versuchsfeld, aus dem später das Science Center Spectrum hervorging. Der Standort war dabei mehr als Kulisse. Ehemalige Bahnanlagen, Lokschuppen, Verwaltungsgebäude und Ladestraßen wurden selbst Teil der Erzählung.
In den folgenden Jahren wuchs das Haus rasch. 1984 übernahm es Bestände des früheren Verkehrs- und Baumuseums. 1985 eröffnete eine Verkehrshalle mit der ersten Ausstellung zum Schienenverkehr. 1987 und 1988 kamen die beiden Lokschuppen und das Beamtenhaus hinzu. Damit erhielt das Museum einen seiner bis heute prägendsten Bereiche. Die Eisenbahngeschichte wurde nicht nur durch Modelle vermittelt, sondern durch originale Fahrzeuge, Gleise, Drehscheiben und die Atmosphäre eines alten Bahnbetriebswerks.
Ein wichtiger Schritt war 1989 die Präsentation der Zuse Z1, deren Nachbau Konrad Zuse selbst erstellt hatte. Damit rückte auch die Geschichte des Rechnens und der frühen Computertechnik stärker in den Blick. 1990 eröffnete das Science Center Spectrum auf der Ladestraße und machte eigenes Ausprobieren zu einem festen Bestandteil des Museumsbesuchs.
1996 wurde aus dem Museum für Verkehr und Technik das Deutsche Technikmuseum Berlin. Im selben Jahr begann mit der Grundsteinlegung des Neubaus eine neue Phase. 1999 erhielt das Haus sein weithin sichtbares Wahrzeichen: den an der Fassade angebrachten Rosinenbomber, eine Douglas C-47 „Skytrain“, die an die Berliner Luftbrücke erinnert. 2001 wurde die Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin als Stiftung öffentlichen Rechts gegründet; der Neubau brachte rund 12.000 Quadratmeter zusätzliche Fläche.
In den folgenden Jahren weitete das Museum sein Spektrum weiter aus. Schifffahrt, Luftfahrt, Produktionstechnik, Fototechnik, Schreib- und Drucktechnik, Chemie, Pharmazie, Textiltechnik, Nachrichtentechnik, Automobilität und Computergeschichte fanden ihren Platz. 2007 wurde das Haus in Deutsches Technikmuseum umbenannt.
Heute gehört das Deutsche Technikmuseum zu den großen Berliner Museen. Auf rund 28.500 Quadratmetern zeigt es, wie Technik das moderne Leben verändert hat. Seine Stärke liegt nicht allein in großen Objekten, sondern im Zusammenhang von Ort, Sammlung und Vermittlung. Aus der Gründung vom 13. Mai 1982 ist ein Museum entstanden, das Technik nicht nur bewahrt, sondern erklärt, befragt und in ihre gesellschaftliche Geschichte einordnet.
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