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15. Mai 1891 – Gründung Philips

Am 15. Mai 1891 gründeten Frederik Philips und sein Sohn Gerard in Eindhoven die Firma Philips & Co. Ihr erstes Ziel war klar umrissen: Sie wollten Glühlampen herstellen.

Am 15. Mai 1891 gründeten Frederik Philips und sein Sohn Gerard in Eindhoven die Firma Philips & Co. Ihr erstes Ziel war klar umrissen: Sie wollten Glühlampen herstellen, zuverlässig, bezahlbar und geeignet für einen Markt, der durch die Elektrifizierung rasch wuchs. Aus einer Fabrik in der niederländischen Provinz wurde einer der bekanntesten Industriekonzerne Europas.

Die ersten Jahre waren schwierig. Philips musste sich gegen starke Konkurrenz behaupten, doch mit dem Eintritt von Anton Philips im Jahr 1895 bekam das Unternehmen den kaufmännischen Kopf, der aus der technischen Idee ein internationales Geschäft machte. Anfang des 20. Jahrhunderts wuchs Philips stark, baute Exportmärkte auf und wurde zu einem Symbol niederländischer Industrie. 1914 gründete das Unternehmen ein eigenes Forschungslabor, das NatLab, und legte damit die Grundlage für viele spätere Entwicklungen in Elektronik, Medizintechnik und Unterhaltungselektronik.

Philips blieb lange vor allem mit Licht verbunden. Glühlampen, später Leuchtstoffröhren, Radiogeräte, Rasierer, Fernseher, Kassettenrekorder, CD-Technik und Haushaltsgeräte machten den Namen weltweit bekannt. 1927 brachte Philips sein erstes Radio auf den Markt; in den folgenden Jahrzehnten wurde das Unternehmen zu einem der prägenden Hersteller der europäischen Konsumelektronik. Gemeinsam mit Sony war Philips Anfang der 1980er Jahre maßgeblich an der Einführung der Compact Disc beteiligt, einem der großen Umbrüche der Musik- und Datentechnik.

Doch die Geschichte von Philips ist auch eine Geschichte ständiger Umformung. Schon früh engagierte sich das Unternehmen in der Medizintechnik, etwa mit Röntgentechnik. Dieser Bereich wurde immer wichtiger, während andere klassische Sparten an Bedeutung verloren oder verkauft wurden. Die Licht-Sparte wurde 2016 als Philips Lighting an die Börse gebracht und heißt heute Signify. Damit trennte sich Philips ausgerechnet von jenem Geschäft, mit dem alles begonnen hatte.

Auch die Haushaltsgerätesparte gehört inzwischen nicht mehr direkt zum Konzern. Sie wurde 2021 eigenständig und tritt seit 2023 unter dem Namen Versuni auf, darf aber weiterhin Produkte unter der Marke Philips vertreiben. Damit erklärt sich, warum Philips noch immer auf Kaffeemaschinen, Airfryern oder Rasierern steht, obwohl der Konzern selbst strategisch längst einen anderen Schwerpunkt gesetzt hat.

Heute ist Royal Philips vor allem ein Gesundheits- und Medizintechnikkonzern. Das Unternehmen entwickelt unter anderem Systeme für Bildgebung, Patientenüberwachung, Diagnostik, Schlaf- und Atemtherapie sowie digitale Gesundheitslösungen. Nach Jahren des Umbaus steht Philips aber auch unter Druck. Besonders die Probleme rund um zurückgerufene Beatmungs- und Schlaftherapiegeräte der früheren Respironics-Sparte belasteten das Unternehmen finanziell und juristisch. Zugleich wirken schwächere Nachfrage in China, höhere Zölle und Kostendruck auf das Geschäft.

Im Geschäftsjahr 2025 meldete Philips wieder Wachstum und eine verbesserte Marge; im ersten Quartal 2026 berichtete der Konzern von einem vergleichbaren Umsatzwachstum von vier Prozent, einem Auftragseingang plus sechs Prozent und einem operativen Ergebnis von 241 Millionen Euro. Philips bestätigte zugleich seinen Ausblick für 2026.

Aus dem kleinen Glühlampenhersteller von 1891 ist damit ein Unternehmen geworden, das seine eigene Herkunft mehrfach hinter sich gelassen hat. Der Name Philips steht bis heute für Technik im Alltag, doch der Konzern selbst sucht seine Zukunft vor allem in Krankenhäusern, Diagnostikzentren und digitalen Gesundheitsnetzen. Seine Geschichte zeigt, wie radikal sich Industrie verändern kann, ohne dass ein Markenname verschwindet.

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