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17. Mai 2026 – Tag der Sammelwütigen

Der Tag der Sammelwütigen (National Pack Rat Day) wird jedes Jahr am 17. Mai begangen und gehört zu jenen kuriosen Aktionstagen aus den USA, deren Ursprung bis heute nicht eindeutig geklärt ist.

Der Tag der Sammelwütigen (National Pack Rat Day) wird jedes Jahr am 17. Mai begangen und gehört zu jenen kuriosen Aktionstagen aus den USA, deren Ursprung bis heute nicht eindeutig geklärt ist. Sicher ist lediglich, dass sich der Tag rund um das Phänomen des Sammelns, Aufhebens und Hortens entwickelt hat. Gemeint sind damit Menschen, die sich nur schwer von Gegenständen trennen können und Kartons, Kleidung, alte Kabel, Zeitschriften oder Erinnerungsstücke oft über Jahre hinweg aufbewahren.

Der Begriff „Pack Rat“ stammt ursprünglich aus dem amerikanischen Englisch des 19. Jahrhunderts. Gemeint war damit zunächst eine bestimmte Nagetierart aus Nordamerika, die als „Packrat“ oder „Woodrat“ bekannt ist. Diese Tiere sammeln alles, was sie finden können, und tragen es in ihre Nester. Besonders auffällig ist ihre Vorliebe für glänzende oder ungewöhnliche Gegenstände. Schon ab den 1880er Jahren wurde der Begriff auch auf Menschen übertragen, die Dinge anhäufen und nur ungern wegwerfen.

Der Tag der Sammelwütigen bewegt sich dabei zwischen Humor und ernstem Hintergrund. Einerseits wird der Tag oft scherzhaft als Anlass genutzt, Keller, Dachböden oder Schubladen auszumisten. Andererseits verweist er auch auf die psychologischen Aspekte des Hortens. Fachleute unterscheiden heute klar zwischen gewöhnlichem Sammeln und krankhaftem Messie-Verhalten. Während viele Menschen Erinnerungsstücke oder vermeintlich nützliche Dinge aufheben, kann zwanghaftes Horten den Alltag massiv beeinträchtigen. Wohnungen werden unbenutzbar, soziale Kontakte leiden, und Betroffene empfinden starken Stress beim Gedanken, sich von Gegenständen zu trennen.

Besonders interessant ist dabei, dass das Thema in den vergangenen Jahren auch wissenschaftlich untersucht wurde. Studien zeigen, dass stark überfüllte Wohnräume bei manchen Menschen mit erhöhtem Stress verbunden sind. Gleichzeitig erklären Psychologen, dass viele Gegenstände emotionale Bedeutung besitzen. Alte Konzertkarten, Briefe oder Spielzeug stehen oft für Erinnerungen und Lebensabschnitte. Genau deshalb fällt das Wegwerfen vielen Menschen schwer.

Der Aktionstag passt außerdem in eine Zeit, in der Minimalismus und Aufräumtrends weltweit populär geworden sind. Während moderne Wohnkonzepte oft auf Leere und Reduktion setzen, erinnert der Tag der Sammelwütigen daran, dass Menschen seit Jahrhunderten sammeln und bewahren. Schon Museen, Archive und Familienalben beruhen letztlich auf derselben menschlichen Neigung, Dinge nicht verschwinden zu lassen.

Kurios ist zudem, dass die echten Packrats für die Wissenschaft eine wichtige Rolle spielen. Die Tiere bauen sogenannte „Middens“, also große Materialhaufen aus Pflanzenresten, Ästen und gesammelten Gegenständen. In trockenen Regionen Nordamerikas blieben manche dieser Ablagerungen über Jahrtausende erhalten. Forscher nutzen sie heute, um frühere Klimabedingungen und Pflanzenwelten zu rekonstruieren.

Wer den Tag der Sammelwütigen begeht, muss deshalb nicht zwangsläufig alles wegwerfen. Der Tag versteht sich eher als Anlass, das eigene Verhältnis zu Besitz und Erinnerungen zu hinterfragen. Zwischen sinnvollem Aufheben, leidenschaftlichem Sammeln und belastendem Horten verläuft oft nur eine schmale Grenze.

Bild: Unsplash+ | Unsplash+

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