Der Weltfernmelde- und Informationstag (World Telecommunication and Information Society Day) wird jedes Jahr am 17. Mai begangen. Das Datum erinnert an die Gründung der Internationalen Fernmeldeunion ITU im Jahr 1865 sowie an die Unterzeichnung der ersten Internationalen Telegraphenkonvention in Paris. Die ITU gehört heute zu den Sonderorganisationen der Vereinten Nationen und ist unter anderem für internationale Standards und Zusammenarbeit im Bereich Telekommunikation zuständig.
Die Ursprünge des Gedenktages reichen bis in die späten 1960er Jahre zurück. Bereits 1969 wurde erstmals der „World Telecommunication Day“ gefeiert. Offiziell beschlossen wurde er 1973 auf der ITU-Vollversammlung in Málaga-Torremolinos in Spanien. Ziel war es, die Bedeutung moderner Kommunikationsmittel stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Damals standen vor allem klassische Telekommunikationsformen wie Telefonie, Funktechnik und internationale Leitungsnetze im Mittelpunkt.
Mit der Verbreitung des Internets und digitaler Netzwerke veränderte sich jedoch auch die Bedeutung des Tages. Beim Weltgipfel zur Informationsgesellschaft im Jahr 2005 wurde vorgeschlagen, zusätzlich einen internationalen Tag der Informationsgesellschaft einzuführen. Die Vereinten Nationen griffen diese Idee auf und erklärten 2006 den 17. Mai offiziell zum „World Information Society Day“. Noch im selben Jahr entschied die ITU, beide Anlässe zusammenzuführen. Seitdem trägt der Tag seinen heutigen Namen: Weltfernmelde- und Informationstag.
Der Hintergrund dieser Entscheidung war die wachsende Bedeutung digitaler Technologien für Wirtschaft, Politik und Alltag. Immer mehr Bereiche des Lebens hängen von funktionierenden Kommunikationsnetzen ab. Internetzugänge, Mobilfunk, Satellitenverbindungen und digitale Plattformen gelten inzwischen als grundlegende Infrastruktur moderner Staaten. Gleichzeitig wurde deutlich, dass viele Regionen der Welt keinen gleichwertigen Zugang zu diesen Technologien besitzen. Der Begriff „digitale Kluft“ beschreibt diesen Unterschied zwischen gut vernetzten und schlecht versorgten Regionen. Genau auf dieses Problem soll der Aktionstag aufmerksam machen.
Jedes Jahr steht der Tag unter einem eigenen Motto. Dabei geht es häufig um Themen wie digitale Teilhabe, Cybersicherheit, künstliche Intelligenz, Breitbandausbau oder die Versorgung ländlicher Regionen mit moderner Kommunikationstechnik. Die ITU und die Vereinten Nationen wollen damit Diskussionen über Chancen und Risiken der Digitalisierung anstoßen. Gleichzeitig soll gezeigt werden, wie stark Telekommunikation heute Bildung, Medizin, Wirtschaft und internationale Zusammenarbeit beeinflusst.
Historisch betrachtet zeigt der Weltfernmelde- und Informationstag auch, wie eng technische Entwicklung und internationale Zusammenarbeit miteinander verbunden sind. Schon die ersten Telegraphennetze des 19. Jahrhunderts machten gemeinsame Regeln notwendig, damit Nachrichten grenzüberschreitend übertragen werden konnten. Aus diesen frühen Abkommen entstand schließlich eine Organisation, die heute globale Standards für Mobilfunk, Satellitenkommunikation und digitale Netze mitgestaltet.
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