Heute hätte Horst Tappert, der unvergessliche Darsteller des Oberinspektors Derrick, seinen Geburtstag gefeiert. Anlässlich dieses besonderen Tages blicken wir zurück auf das Leben und Wirken eines Mannes, der nicht nur auf dem Bildschirm, sondern auch im wahren Leben eine beeindruckende Persönlichkeit war.
Geboren am 26. Mai 1923 in Elberfeld, heute ein Teil von Wuppertal, begann Tappert seine Karriere zunächst fernab der Schauspielerei. Nach einer Lehre zum Industriekaufmann und dem Dienst im Zweiten Weltkrieg, fand er seinen Weg auf die Bühne und schließlich vor die Kamera.
Seine bekannteste Rolle, die des Oberinspektors Stephan Derrick in der gleichnamigen Serie “Derrick”, prägte eine ganze Generation und machte Tappert zu einem der bekanntesten Gesichter des deutschen Fernsehens. Über 281 Folgen hinweg löste Derrick von 1974 bis 1998 mit ruhiger Hand und scharfem Verstand die kompliziertesten Fälle.
Ein weitverbreiteter Irrglaube ist, dass der Satz “Harry, fahr den Wagen vor” bzw. „Hol schon mal den Wagen, Harry“ ein fester Bestandteil der Serie “Derrick” war. Tatsächlich wurde dieser Satz in dieser Form nie in der Serie ausgesprochen. Der Satz erlangte Kultstatus durch Parodien und wurde insbesondere durch die TV-Show von Harald Schmidt bekannt, wo er als Running Gag verwendet wurde. In der Serie selbst sagte Derrick zu seinem Assistenten Harry Klein, gespielt von Fritz Wepper, lediglich ähnliche Sätze wie “Harry, wir brauchen den Wagen. Sofort.” in der zweiten Folge “Johanna” oder “Harry, ich brauch den Wagen!” in der Folge „Auf dem Gutshof“. Der berühmte Satz ist also eher ein Produkt der Popkultur und nicht der Originalserie selbst.
Doch Tappert war mehr als nur Derrick. Sein filmisches Schaffen umfasst eine Vielzahl an Rollen in Filmen und Fernsehserien, die seine Vielseitigkeit als Schauspieler unter Beweis stellen. Von “Wir Wunderkinder” (1958) bis zu “Der Kapitän” (1971) zeigte er sein Können in verschiedenen Genres.
Abseits der Kameras war Tappert ein Familienmensch, der nach zwei gescheiterten Ehen 1957 die Schauspielerin Ursula Pistor heiratete. Gemeinsam hatten sie drei Kinder und genossen das Leben in Gräfelfing bei München, wo Tappert auch seine letzten Jahre verbrachte und 2008 verstarb.
Tapperts Vermächtnis lebt weiter, nicht nur in den Erinnerungen der Fans, sondern auch in der Schauspielschule, die er besuchte, und in den vielen jungen Schauspielern, die er inspirierte. Sein Einfluss auf die deutsche Fernsehlandschaft ist unbestritten und wird auch am heutigen Tag, seinem Geburtstag, gefeiert.
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