Kalender

6. Juni 1925 – Gründung Chrysler Corporation

Am 6. Juni 1925 gründete der Ingenieur und Unternehmer Walter Chrysler die Chrysler Corporation. Aus einem angeschlagenen Automobilhersteller, der Maxwell Motor Company, formte er ein neues Unternehmen.

Am 6. Juni 1925 gründete der Ingenieur und Unternehmer Walter Chrysler die Chrysler Corporation. Aus einem angeschlagenen Automobilhersteller, der Maxwell Motor Company, formte er ein neues Unternehmen, das innerhalb weniger Jahre zu einem der bedeutendsten Autobauer der Vereinigten Staaten aufstieg. Mehr als hundert Jahre später gehört Chrysler zwar noch immer zu den bekanntesten Namen der amerikanischen Automobilgeschichte, hat jedoch zahlreiche Eigentümerwechsel, Krisen und Umbrüche erlebt.

Walter Chrysler hatte zuvor bereits bei mehreren Automobilfirmen erfolgreich Sanierungsarbeit geleistet. 1924 brachte er das erste Fahrzeug unter seinem Namen auf den Markt. Der Wagen überzeugte durch moderne Technik wie hydraulische Bremsen, einen leistungsfähigen Sechszylindermotor und zahlreiche Ausstattungsmerkmale, die damals keineswegs selbstverständlich waren. Der Erfolg war so groß, dass ein Jahr später die Chrysler Corporation offiziell gegründet wurde.

Bereits 1928 begann die Expansion. Chrysler führte die Marken Plymouth und DeSoto ein und übernahm den deutlich größeren Hersteller Dodge Brothers. Damit gehörte das Unternehmen schon nach wenigen Jahren zu den „Big Three“ der amerikanischen Autoindustrie, gemeinsam mit Ford und General Motors. In den 1930er Jahren machte Chrysler mit innovativen Konstruktionen wie dem stromlinienförmigen Airflow auf sich aufmerksam. Während des Zweiten Weltkriegs stellte das Unternehmen einen großen Teil seiner Produktion auf militärische Fahrzeuge und Ausrüstung um.

Nach dem Krieg entwickelte sich Chrysler zu einem Symbol amerikanischer Mobilität. Große Limousinen, leistungsstarke Motoren und später die sogenannten Muscle Cars prägten das Bild der Marke. In den 1950er und 1960er Jahren expandierte der Konzern auch nach Europa und beteiligte sich unter anderem an Simca in Frankreich sowie an der britischen Rootes-Gruppe. Die internationalen Aktivitäten erwiesen sich jedoch als kostspielig und wurden später wieder verkauft.

Ende der 1970er Jahre geriet Chrysler in eine schwere Krise. Hohe Ölpreise, starke Konkurrenz aus Japan und wirtschaftliche Probleme brachten das Unternehmen an den Rand des Zusammenbruchs. Unter der Führung von Lee Iacocca gelang jedoch eine spektakuläre Rettung. Staatlich abgesicherte Kredite verschafften dem Konzern Luft, während neue Fahrzeugplattformen und eine konsequente Sanierung die Rückkehr in die Gewinnzone ermöglichten.

In den 1980er Jahren schrieb Chrysler erneut Automobilgeschichte. Die Einführung der modernen Großraumlimousine, des Minivans, schuf ein völlig neues Fahrzeugsegment und wurde zu einem enormen Verkaufserfolg. Modelle wie der Chrysler Voyager prägten über Jahrzehnte das Straßenbild vieler Länder.

1998 folgte die Fusion mit Daimler-Benz zur DaimlerChrysler AG. Die erhofften Synergien blieben jedoch weitgehend aus. 2007 trennte sich Daimler wieder von Chrysler. Kurz darauf traf die weltweite Finanzkrise den Autobauer besonders hart. 2009 musste Chrysler Insolvenz anmelden und wurde anschließend mit Unterstützung der US-Regierung neu aufgestellt. Der italienische Hersteller Fiat übernahm schrittweise die Kontrolle. Daraus entstand später Fiat Chrysler Automobiles, kurz FCA.

Seit 2021 gehört Chrysler zum multinationalen Konzern Stellantis, der aus der Fusion von FCA und der französischen PSA-Gruppe hervorging. Heute spielt die Marke Chrysler nur noch eine deutlich kleinere Rolle als in ihren Glanzzeiten. Das aktuelle Modellprogramm besteht im Wesentlichen aus den Großraumlimousinen Pacifica und Voyager. Dennoch besitzt der Name Chrysler weiterhin einen hohen Bekanntheitsgrad und gilt als wichtiger Teil der amerikanischen Industriegeschichte.

Die Geschichte von Chrysler spiegelt die Entwicklung der gesamten Automobilindustrie wider: technische Innovationen, wirtschaftliche Höhenflüge, dramatische Krisen und immer neue Anpassungen an veränderte Märkte. Auch wenn die Marke heute weit kleiner ist als einst, bleibt sie ein bedeutendes Kapitel der amerikanischen Wirtschaftsgeschichte.

Bild: Werner Niedermeier | Werner Niedermeier
Bild: Werner Niedermeier

Bildquellen auf dieser Seite:

Heute ist außerdem...

Sehen Sie, was heute sonst noch los ist.

Entdecken