Der Internationale Tabletop-Spiele-Tag (International Tabletop Games Day) wird heute meist am ersten Samstag im Juni begangen. Er erinnert daran, dass Spielen nicht zwangsläufig einen Bildschirm erfordert. Brettspiele, Kartenspiele, Würfelspiele, Miniaturenspiele und Pen-and-Paper-Rollenspiele bringen Menschen an einen Tisch, die gemeinsam Regeln ausprobieren, Strategien entwickeln oder einfach einen unterhaltsamen Abend verbringen möchten.
Ins Leben gerufen wurde der Aktionstag im Jahr 2013 durch Boyan Radakovich aus dem Umfeld des amerikanischen Internetkanals Geek & Sundry. Die Idee entstand im Zusammenhang mit der Webserie TableTop, in der Schauspieler Wil Wheaton gemeinsam mit Gästen moderne Brettspiele vorstellte. Die Reihe trug dazu bei, Titel wie Zug um Zug, 7 Wonders oder Catan einem größeren Publikum bekannt zu machen. Der erste Internationale Tabletop-Spiele-Tag fand am 30. März 2013 statt. Weltweit wurden mehr als 3.000 Veranstaltungen in rund 60 Ländern organisiert. Spieleläden, Clubs und private Gastgeber luden zu offenen Runden ein; selbst an einer Forschungsstation in der Antarktis wurde gespielt.
In den folgenden Jahren wechselte der Termin mehrfach. Zeitweise wurde der Tag im April veranstaltet. Inzwischen hat sich der erste Samstag im Juni als gebräuchlicher Termin etabliert, auch wenn es keine zentrale Organisation mehr gibt, die weltweit verbindliche Veranstaltungen koordiniert. Der Charakter des Tages hat sich dadurch kaum verändert. Spieleclubs, Bibliotheken und Fachgeschäfte nutzen ihn weiterhin für Turniere, Einführungsrunden und offene Spielenachmittage. Viele Teilnehmer stellen ein Lieblingsspiel vor oder probieren einen Titel aus, den sie bisher nur dem Namen nach kannten.
Der englische Begriff Tabletop umfasst mehr als das klassische Brettspiel. Auch Sammelkartenspiele, komplexe Strategiespiele mit Miniaturen und Rollenspiele gehören dazu. Manche Partien dauern nur wenige Minuten, andere füllen einen ganzen Abend. Während bei einfachen Familienspielen häufig Glück und Geschicklichkeit entscheiden, verlangen anspruchsvollere Titel Planung, Verhandlungsgeschick und ein gutes Verständnis der Mitspieler.
Der Internationale Tabletop-Spiele-Tag benötigt keine aufwendige Vorbereitung. Ein freier Tisch, ein Spiel und einige Mitspieler genügen. Vielleicht ist gerade das sein besonderer Reiz: Für ein paar Stunden entsteht eine kleine Welt mit eigenen Regeln, in der nicht die schnellste Internetverbindung entscheidet, sondern eine gute Idee, etwas Glück und gelegentlich die Fähigkeit, eine Niederlage mit Fassung zu tragen.
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