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6. Juni 2026 – Tag der Prärie

Der Tag der Prärie wird jedes Jahr am ersten Samstag im Juni begangen, um zu zeigen, dass die weiten Graslandschaften Nordamerikas zu seinen wertvollsten und zugleich am stärksten bedrohten Naturräumen gehören.

Der Tag der Prärie (National Prairie Day) wird in den USA jedes Jahr am ersten Samstag im Juni begangen. Ins Leben gerufen wurde der Aktionstag 2016 von der Missouri Prairie Foundation. Er soll daran erinnern, dass die weiten Graslandschaften Nordamerikas nicht nur ein prägender Teil der Geschichte des Kontinents sind, sondern auch zu seinen wertvollsten und zugleich am stärksten bedrohten Naturräumen gehören.

Wer an eine Prärie denkt, hat häufig eine scheinbar endlose Ebene mit hohem Gras vor Augen, über die einst große Bisonherden zogen. Tatsächlich umfasst der Begriff unterschiedliche Landschaftsformen. In den feuchteren Regionen im Osten entstand die Hochgrasprärie mit Pflanzen, die teilweise eine Höhe von mehr als zwei Metern erreichen. Weiter westlich folgen Mischgras- und Kurzgrasprärien, die mit geringeren Niederschlägen auskommen müssen. Gemeinsam ist ihnen, dass Gräser und Wildblumen das Landschaftsbild bestimmen, während größere Bäume nur vereinzelt vorkommen.

Prärien sind keineswegs eintönige Grasflächen. Sie bieten Lebensraum für zahlreiche Pflanzen, Vögel, Insekten und Säugetiere. Ihre tief reichenden Wurzelsysteme speichern Wasser, schützen den Boden vor Erosion und machen die Vegetation widerstandsfähig gegen Trockenperioden. Auch natürliche Brände gehörten über Jahrtausende zum Kreislauf dieser Landschaften. Sie verhinderten, dass sich Wälder ausbreiteten, und sorgten dafür, dass sich die Grasflächen immer wieder erneuern konnten.

Mit der Besiedlung Nordamerikas veränderte sich die Prärie grundlegend. Große Flächen wurden umgepflügt und landwirtschaftlich genutzt, weil sich auf den nährstoffreichen Böden besonders gut Getreide anbauen ließ. Hinzu kamen Straßen, Städte und Gewerbegebiete. Von der einst rund 170 Millionen Acres umfassenden Hochgrasprärie Nordamerikas sind heute weniger als vier Prozent in weitgehend ursprünglichem Zustand erhalten. Die größten zusammenhängenden Reste liegen in den Flint Hills im US-Bundesstaat Kansas.

Der Tag der Prärie soll das Bewusstsein für diese Landschaften stärken und dazu anregen, erhaltene Gebiete zu besuchen, Schutzprojekte zu unterstützen und sich mit heimischen Pflanzen zu beschäftigen. In mehreren US-Bundesstaaten bieten Naturschutzorganisationen Führungen, Wanderungen und Beobachtungen von Tieren und Pflanzen an. Der Aktionstag lenkt den Blick damit auf eine Landschaft, die lange als selbstverständlich galt, obwohl von ihrer ursprünglichen Ausdehnung nur noch vergleichsweise kleine Reste geblieben sind.

Bild: Canva | Canva

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