Am 9. Juni wird weltweit der Internationale Tag der Keltischen Kunst begangen. Im englischen Original heißt dieser Gedenktag International Day of Celtic Art. Er würdigt die reiche Kunsttradition der keltischen Völker, deren Muster, Zeichen und Formen bis in die Gegenwart wirken.
Die keltische Kunst zählt zu den auffälligsten Ausdrucksformen der europäischen Frühgeschichte. Typisch sind verschlungene Ornamente, Spiralen, stilisierte Tiere und geometrische Muster, die oft keinen sichtbaren Anfang oder Ende haben. Diese Gestaltung drückt ein zyklisches Weltbild aus, in dem Natur, Leben und Spiritualität miteinander verbunden sind. Ein berühmtes Beispiel für diese Ästhetik ist das Book of Kells, ein irisches Evangeliar aus dem 9. Jahrhundert mit detailreichen Miniaturen und Ornamentseiten.
Der Gedenktag wurde im Jahr 2017 ins Leben gerufen. Eine Gruppe von Künstlern und Historikern aus Irland, Schottland, den USA und Kanada wollte damit das Bewusstsein für die keltische Kunst stärken. Der 9. Juni wurde gewählt, weil er an den Todestag von George Bain erinnert. Bain war ein schottischer Künstler und Lehrer, der durch seine systematischen Studien als wichtiger Erneuerer der keltischen Kunst im 20. Jahrhundert gilt.
Heute ist die keltische Kunst nicht nur in Museen und bei historischen Festen präsent. Auch in Grafikdesign, Schmuck, Tätowierungen und handwerklichen Arbeiten greifen viele Menschen auf keltische Motive zurück. Die Muster stehen für Kontinuität, Zugehörigkeit und kulturelle Tiefe. Vor allem in Irland, Schottland, Nordamerika und Australien findet die Symbolik große Resonanz.
Rund um den 9. Juni finden weltweit Veranstaltungen statt. Künstler bieten Zeichenkurse, Vorträge oder Online-Ausstellungen an. In sozialen Netzwerken zeigen Kunstschaffende eigene Werke und tauschen sich über Techniken, Materialien und Quellen aus. Häufig greifen sie dabei auf alte Vorlagen zurück, interpretieren sie aber neu und zeitgemäß.
Der Internationale Tag der Keltischen Kunst ist mehr als eine Erinnerung an vergangene Zeiten. Er verdeutlicht, wie ein kulturelles Erbe über Jahrhunderte hinweg weitergegeben wird und auch heute noch neue Ausdrucksformen findet. Die Faszination für keltische Symbole zeigt sich dabei nicht nur in ihrer kunstvollen Gestaltung, sondern auch in ihrer zeitlosen Bedeutung.
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