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17. Juni 1897 – Todestag Sebastian Kneipp

Heute jährt sich der Todestag von Sebastian Kneipp. Der Priester und Naturheilkundler starb am 17. Juni 1897 in Wörishofen, das später den Namenszusatz Bad erhielt.

Heute jährt sich der Todestag von Sebastian Kneipp. Der Priester und Naturheilkundler starb am 17. Juni 1897 in Wörishofen, das später den Namenszusatz Bad erhielt. Kneipps Name steht bis heute für eine Gesundheitslehre, die Körper und Geist in den Mittelpunkt stellt und international Anerkennung gefunden hat.

Geboren wurde Sebastian Kneipp 1821 im oberschwäbischen Stephansried. Als Sohn eines Webers wuchs er in ärmlichen Verhältnissen auf. Trotz aller Widerstände setzte er seinen Wunsch durch, Priester zu werden. Während des Theologiestudiums erkrankte er an Tuberkulose. In einer medizinischen Schrift über Wasseranwendungen entdeckte er Hinweise auf die heilende Wirkung kalter Bäder. Er begann, sich selbst mit kurzen Tauchgängen in der Donau zu behandeln; mit Erfolg. Diese Erfahrung prägte sein weiteres Leben.

Zunächst half Kneipp nur einigen Mitmenschen mit einfachen Wasseranwendungen. Doch bald sprach sich seine Methode herum. Obwohl ihm als Geistlichem die medizinische Behandlung nicht gestattet war, wurde er in seiner Umgebung als Helfer geschätzt und zunehmend aufgesucht. Kneipp sah sich nicht als Gegner der Schulmedizin, sondern als Ergänzung zu ihr. Gesundheit bedeutete für ihn ein Leben im Einklang mit der Natur, mit ausgewogener Ernährung, regelmäßiger Bewegung, geistiger Ordnung und dem gezielten Einsatz von Heilpflanzen und Wasser.

Seine Gesundheitslehre basiert auf fünf Säulen: Wasser, Pflanzen, Bewegung, Ernährung und innere Ordnung. Besonders bekannt wurde das sogenannte Wassertreten. Es ist jedoch nur ein Teil eines umfassenden Konzepts, das den ganzen Menschen berücksichtigt. Für Kneipp stand die Vorbeugung im Mittelpunkt. Wer bewusst lebe und den eigenen Körper achte, könne viele Krankheiten vermeiden oder lindern.

Mit dem Erfolg kamen auch prominente Besucher nach Wörishofen, darunter Adelige, Industrielle und Politiker. Kneipp veröffentlichte mehrere Bücher, darunter „Meine Wasserkur“ im Jahr 1889, das ein großer Erfolg wurde. Aus dem kleinen Ort entwickelte sich ein Kurzentrum. Der Ort trägt heute den Namen Bad Wörishofen in Erinnerung an das Wirken seines bekanntesten Bürgers.

Sebastian Kneipp starb 1897 im Alter von 76 Jahren. Sein Erbe lebt bis heute fort. Weltweit gibt es Kneipp-Vereine, Gesundheitseinrichtungen und Kurorte, die nach seinen Prinzipien arbeiten. Die UNESCO hat die Kneipp-Therapie im Jahr 2015 als immaterielles Kulturerbe anerkannt. Auch in der modernen Präventivmedizin finden seine Ansätze Beachtung.

Kneipp war überzeugt, dass Gesundheit nicht gekauft, sondern gelebt wird. Sein Leitsatz „Gesundheit bekommt man nicht im Handel, sondern durch den Lebenswandel“ ist aktueller denn je.

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