Wer kennt sie nicht, die schwarz-weißen Strichmuster, die auf fast jedem Produkt zu finden sind? Sie heißen Barcodes oder Strichcodes und sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken.
Die Geschichte des Barcodes begann am 26. Juni 1974, also vor mehr als 50 Jahren. Eine Packung Wrigleys Kaugummi wurde als erstes Produkt mit dem Universal Product Code (UPC) an einer Supermarktkasse gescannt. Heutzutage ist fast jedes Produkt auf dem Markt mit einem Barcode versehen.
Das Patent für den Barcode wurde bereits im Jahr 1949 angemeldet: Die amerikanischen Studenten Norman Joseph Woodland und Bernard Silver hatten vom dem Wunsch eines Supermarktleiters erfahren, beim Kassieren automatisch zu erfassen, welche Waren verkauft werden. Woodland und Silver schwebte zunächst eine Art gedrucktes Morse-Alphabet vor. Später entwickelten sie das Prinzip der parallelen Striche und Lücken, die unterschiedlich breit sein können.
Der Barcode besteht aus einer Folge von Ziffern, die durch Striche und Lücken dargestellt werden. Die Ziffern haben eine bestimmte Bedeutung: Die ersten zwei oder drei Ziffern stehen für das Herkunftsland, die nächsten fünf für den Hersteller und die folgenden fünf für das Produkt. Die letzte Ziffer ist eine Prüfziffer, die zur Fehlererkennung dient.
Um den Barcode zu lesen, braucht man ein spezielles Gerät, einen Barcodescanner. Dieser sendet einen roten Laserstrahl aus, der auf den Barcode trifft. Der Scanner misst dann die Reflexion des Strahls: Die weißen Lücken reflektieren mehr Licht als die schwarzen Striche. So entsteht ein elektrisches Signal, das in Ziffern umgewandelt wird.
Der Barcode hat viele Vorteile: Er spart Zeit und Geld an der Kasse, er erleichtert die Lagerhaltung und die Inventur, er vermeidet Fehler bei der Eingabe von Daten und er ermöglicht die Rückverfolgung von Produkten. Der Barcode ist auch international standardisiert: Der UPC wurde später zum European Article Number (EAN) erweitert, der heute als International Article Number (IAN) oder Global Trade Item Number (GTIN) bekannt ist.
Neben dem klassischen eindimensionalen Barcode gibt es auch zweidimensionale Barcodes, wie den QR-Code oder den Data Matrix Code. Diese können mehr Informationen speichern als nur Ziffern, zum Beispiel Texte oder Internetadressen. Sie bestehen aus einer Matrix von Punkten oder Quadraten, die mit einer Kamera gescannt werden können.

Bildquellen auf dieser Seite:
- Konrad-Adenauer-Tussauds-wn-crop: Werner Niedermeier | Werner Niedermeier
- Kennedy-Berlin-Tussauds-wn-crop: Werner Niedermeier | Werner Niedermeier
- Pearl_Buck-United-States-Library-of-Congresss-Prints-and-Photographs-division-Public-Domain: United States Library of Congress's Prints and Photographs division | Public Domain
- Logo_ICQ.svg-Gemeinfrei: Gemeinfrei | Gemeinfrei