Kalender

5. Juli 1994 – Gründung Amazon

Am 5. Juli 1994 gründete Jeff Bezos in den USA ein Unternehmen, das zunächst als Online-Buchhandlung geplant war. Der Name lautete anfangs Cadabra; wenig später wurde daraus Amazon.

Am 5. Juli 1994 gründete Jeff Bezos in den USA ein Unternehmen, das zunächst als Online-Buchhandlung geplant war. Der Name lautete anfangs Cadabra; wenig später wurde daraus Amazon. Der neue Name sollte Größe signalisieren, passend zum Amazonas als einem der mächtigsten Flüsse der Welt. Aus dem kleinen Internetbuchladen wurde ein Konzern, der heute den Onlinehandel, die Cloud-Branche, digitale Werbung, Streaming und Logistik prägt.

Bezos arbeitete vor der Gründung bei der New Yorker Investmentfirma D. E. Shaw. Das schnelle Wachstum des Internets brachte ihn auf die Idee, ein Geschäft aufzubauen, das nicht an Ladenflächen gebunden war. Bücher eigneten sich dafür besonders gut: Es gab sehr viele lieferbare Titel, doch kein normales Geschäft konnte sie alle vorrätig halten. 1995 ging Amazon.com als Online-Buchhandlung an den Start. Das erste verkaufte Buch war Douglas R. Hofstadters „Fluid Concepts and Creative Analogies“.

Amazon wuchs schnell. Bereits 1997 ging das Unternehmen an die Börse; der Ausgabepreis lag bei 18 Dollar je Aktie. Damals war Amazon noch weit von der heutigen Größe entfernt und schrieb keine Gewinne. Bezos setzte auf Wachstum, Auswahl und Kundenbindung. 1998 begann die Expansion nach Deutschland. Amazon übernahm den Regensburger Online-Buchhändler ABC Bücherdienst, zu dem Telebuch.de gehörte; am 15. Oktober 1998 startete Amazon.de.

In den folgenden Jahren wurde aus dem Buchhändler ein Warenhaus im Internet. Musik, Filme, Elektronik, Spielwaren und später zahllose weitere Produktgruppen kamen hinzu. Ein wichtiger Schritt war die Öffnung der Plattform für andere Händler. Amazon verkaufte nicht mehr nur eigene Ware, sondern wurde zum Marktplatz. Für viele kleine und große Anbieter wurde der Konzern damit Verkaufsfläche, Lagerdienstleister und Logistikpartner zugleich.

2005 startete Amazon Prime, zunächst als Versandprogramm mit schneller Lieferung gegen Jahresgebühr. 2006 begann mit Amazon Web Services der Aufstieg zum Cloud-Anbieter. AWS wurde später zu einem der wichtigsten Gewinnbringer des Konzerns. 2007 folgte der Kindle, mit dem Amazon auch den digitalen Buchmarkt stark beeinflusste. Später kamen unter anderem Twitch, Whole Foods und MGM hinzu.

Heute ist Amazon weit mehr als ein Versandhändler. Der Konzern betreibt Onlineshops, Rechenzentren, Werbeplattformen, Streamingdienste, Geräteentwicklung und ein weltweites Logistiknetz. 2025 erzielte Amazon einen Umsatz von rund 717 Milliarden Dollar; im ersten Quartal 2026 meldete das Unternehmen weitere Zuwächse, besonders bei AWS. Zugleich steht Amazon seit Jahren in der Kritik. Wettbewerbsbehörden werfen dem Konzern vor, seine Marktmacht gegenüber Händlern und Konkurrenten auszunutzen. Auch Arbeitsbedingungen, Steuerfragen und die Abhängigkeit vieler Händler von der Plattform bleiben umstritten. Die Geschichte von Amazon ist deshalb nicht nur eine Erfolgsgeschichte des Internets, sondern auch ein Beispiel dafür, wie stark digitale Plattformen Wirtschaft und Alltag verändern können.

Bild: Werner Niedermeier | Werner Niedermeier
Bild: Werner Niedermeier

Bildquellen auf dieser Seite:

Heute ist außerdem...

Sehen Sie, was heute sonst noch los ist.

Entdecken