Am 11. Juli wird der Weltbevölkerungstag, der World Population Day, begangen. Das Thema des Jahres 2026 lautet „Hoffnungen und Ziele junger Menschen verwirklichen, heute und in Zukunft“. Im Mittelpunkt stehen die Lebensvorstellungen junger Menschen und die wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen, unter denen sie Entscheidungen über Partnerschaft, Familie und Kinder treffen.
Der Aktionstag geht auf den 11. Juli 1987 zurück. Damals wurde mit dem „Tag der fünf Milliarden“ darauf aufmerksam gemacht, dass die Weltbevölkerung nach Berechnungen der Vereinten Nationen diese Marke erreicht hatte. Das große öffentliche Interesse veranlasste den Verwaltungsrat des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen, den 11. Juli im Jahr 1989 zum jährlichen Weltbevölkerungstag zu erklären. Die UN-Generalversammlung unterstützte die weitere Begehung im Dezember 1990 mit der Resolution 45/216.
2026 leben rund 8,3 Milliarden Menschen auf der Erde. Das Wachstum setzt sich fort, hat sich jedoch deutlich verlangsamt. Nach der aktuellen mittleren Projektion der Vereinten Nationen dürfte die Weltbevölkerung Mitte der 2080er Jahre mit etwa 10,3 Milliarden Menschen ihren Höchststand erreichen und bis zum Jahr 2100 leicht auf rund 10,2 Milliarden sinken. Hinter diesen globalen Zahlen stehen sehr unterschiedliche Entwicklungen. Während zahlreiche Länder weiterhin stark wachsen, haben andere ihren Bevölkerungshöchststand bereits überschritten und verzeichnen eine alternde oder schrumpfende Bevölkerung.
Grundlage des diesjährigen Schwerpunkts ist eine Erhebung des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen. Dafür wurden 108.926 Internetnutzer im Alter von 18 bis 39 Jahren aus 73 Ländern und Gebieten befragt. Die Untersuchung zeigt, dass die Mehrheit Partnerschaft und Familie weiterhin als wichtige Lebensziele betrachtet. Zwei Kinder waren in fast allen untersuchten Regionen die am häufigsten genannte ideale Familiengröße. Für die Entscheidung, Eltern zu werden, bewerteten 88 Prozent finanzielle Sicherheit, 87 Prozent eine feste Beschäftigung und 85 Prozent emotionale Bereitschaft als wichtig. Wirtschaftliche Probleme und hohe Wohnkosten wurden von 72 Prozent als bedeutende Hindernisse genannt.
Die Ergebnisse dürfen allerdings nicht als repräsentative Aussagen über die gesamte Bevölkerung der beteiligten Länder verstanden werden. Die Online-Erhebung erfasste ausschließlich Menschen mit Internetzugang und erreichte dadurch häufiger städtische und besser ausgebildete Gruppen. Sie liefert dennoch Hinweise darauf, dass niedrige Geburtenzahlen nicht allein mit fehlendem Kinderwunsch erklärt werden können. Einkommen, Wohnraum, Arbeitsplatzsicherheit, Gesundheitsversorgung und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie beeinflussen, ob persönliche Familienwünsche verwirklicht werden. Der Weltbevölkerungstag soll solche Zusammenhänge sichtbar machen und die Bedeutung verlässlicher Bevölkerungsdaten für politische Entscheidungen hervorheben.

Bildquellen auf dieser Seite:
- Giorgio-Armani-shutterstock_654753130-crop: Shutterstock | Shutterstock
- George,Gershwin,(1898-1937),,American,Composer,,Portrait,By,Carl,Van,Vechten,: Shutterstock | Shutterstock
- Herbert Wehner: Bundesarchiv, Bild 175-Z02-00866 | CC BY-SA 3.0 Unported