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15. Juli 2026 – Tag der Schrulligen

Einmal im Jahr, am 15. Juli, wird ein Tag gefeiert, der jenen gewidmet ist, die sich mit Stolz und Leichtigkeit außerhalb der gesellschaftlichen Norm bewegen.

Einmal im Jahr, am 15. Juli, wird ein Tag gefeiert, der jenen gewidmet ist, die sich mit Stolz und Leichtigkeit außerhalb der gesellschaftlichen Norm bewegen. Der sogenannte National Be a Dork Day, ins Leben gerufen von Ruth und Thomas Roy in den USA, lässt sich am besten mit Tag der Schrulligen ins Deutsche übertragen. Gemeint ist damit kein Tag des Spottes, sondern eine Einladung zur Selbstironie, zur Freude an der eigenen Eigenart und zur Versöhnung mit jenen kleinen Abweichungen, die das Leben bunt und menschlich machen.

Im englischsprachigen Raum hat der Begriff Dork in den vergangenen Jahrzehnten eine bemerkenswerte Wandlung vollzogen. Ursprünglich eine eher abwertende Bezeichnung für unbeholfene, sozial ungeschickte Menschen, wurde das Wort zunehmend liebevoll und augenzwinkernd verwendet. Heute beschreibt es vor allem Menschen, die sich nicht um Coolness oder Konventionen scheren, die ihre Interessen offen ausleben, seien sie nun nerdig, altmodisch, verspielt oder einfach ein wenig aus der Zeit gefallen. Der Dork ist ein sanfter Rebell im Pullover von vorgestern, mit einem Faible für Modelleisenbahnen, absurden Wortspielen oder ausgiebigen Monologen über Vogelstimmen im Stadtpark. Und genau diesem Typ Mensch ist der 15. Juli gewidmet.

Der Tag ruft dazu auf, für einen Moment die Masken der Anpassung abzulegen. Wer sonst lieber unauffällig bleibt, darf sich heute auffällig schrullig geben. Wer sich regelmäßig korrigiert, um gesellschaftskonform zu wirken, soll heute ganz bewusst die eigenen Ecken und Kanten zeigen. Und wer ohnehin längst erkannt hat, dass die Würze des Lebens in der Verschrobenheit liegt, findet an diesem Tag vielleicht endlich einmal ein stilles Nicken der Zustimmung.

Dabei geht es nicht um ein lautes Karnevalsfest der Seltsamkeit, sondern eher um stille Gesten des Unangepassten. Vielleicht trägt jemand absichtlich Socken mit Comicmotiven zum Anzug. Vielleicht zeigt sich jemand mit seiner Leidenschaft für antike Radios oder für Science-Fiction-Romane der 1970er Jahre. Vielleicht erlaubt man sich einfach, ein bisschen albern zu sein, ohne gleich die ganze Welt erklären zu müssen. Der Tag der Schrulligen versteht sich als Einladung zum Lächeln über sich selbst und als Ermutigung, andere in ihrer Eigentümlichkeit wohlwollend wahrzunehmen.

Wer sich über diesen Gedenktag wundert, mag sich fragen, ob er nicht in gewisser Weise ein Kommentar zum Leistungsdenken unserer Zeit ist. In einer Welt, die ständig nach Effizienz, Klarheit und Perfektion verlangt, hat Schrulligkeit einen schweren Stand. Dabei ist gerade sie oft ein Zeichen von Tiefe, von Charakter, von Fantasie. Der Blick für das Schräge, das Abseitige, das Persönliche macht aus funktionierenden Menschen wieder fühlende, denkende Individuen. Und das ist, was der Tag ins Gedächtnis rufen möchte.

KI-Bild: Daniela Niedermeier

Bildquellen auf dieser Seite:

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