Am 19. Juli steht in den USA der Tag des American Football (National Football Day) im Kalender. Der inoffizielle Aktionstag würdigt eine Sportart, die dort weit mehr als ein Freizeitvergnügen ist. American Football prägt Schulen, Hochschulen, den Profisport und große Teile der Unterhaltungsindustrie. Wer den Aktionstag eingeführt hat und seit wann er genau besteht, lässt sich allerdings nicht zuverlässig belegen. Staatlich anerkannt ist er nicht.
Die Wurzeln des American Football liegen im Fußball und vor allem im Rugby. Als wichtiger Ausgangspunkt gilt ein Spiel zwischen Rutgers und Princeton im Jahr 1869, das allerdings noch deutlich anders aussah als heutiger Football. In den 1880er-Jahren veränderte Walter Camp die Regeln grundlegend. Er führte unter anderem die feste Zahl von elf Spielern, die sogenannte Line of Scrimmage und ein System von Spielzügen ein. Deshalb wird Camp häufig als „Vater des American Football“ bezeichnet.
Der professionelle Spielbetrieb entwickelte sich zunächst nur langsam. Im Jahr 1920 entstand die American Professional Football Association; zwei Jahre später erhielt sie den Namen National Football League, kurz NFL. Heute gehören der Liga 32 Mannschaften an. Ihre Spiele ziehen regelmäßig Zehntausende Zuschauer in die Stadien. In der Saison 2025 kamen insgesamt mehr als 18,7 Millionen Zuschauer zu den Spielen der regulären Saison; im Durchschnitt waren es knapp 70.000 pro Begegnung.
Gespielt wird mit zwei Mannschaften, die versuchen, den ovalen Ball in die gegnerische Endzone zu bringen oder durch die Torstangen zu schießen. Typisch sind kurze, genau einstudierte Spielzüge, bei denen Angriff und Verteidigung jeweils eigene Spezialisten einsetzen. Ein Touchdown zählt sechs Punkte; weitere Punkte können durch Zusatzversuch, Field Goal oder Safety erzielt werden.
Neben seiner großen Popularität steht der Sport wegen seines hohen Verletzungsrisikos in der Kritik. Besonders Zusammenstöße und Tacklings können Gehirnerschütterungen verursachen. Untersuchungen der US-Gesundheitsbehörde CDC zeigen, dass Kinder beim Tackle Football deutlich häufiger und stärkeren Kopftreffern ausgesetzt sind als beim kontaktärmeren Flag Football. Die NFL reagiert seit Jahren mit Regeländerungen, Untersuchungsprotokollen und der Weiterentwicklung von Helmen.
Der Tag des American Football soll vor allem Interesse an Geschichte, Regeln und Kultur des Sports wecken. Mit dem weltweit verbreiteten Fußball ist er nicht zu verwechseln; in den USA wird dieser meist Soccer genannt.
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