Der Nimm einen Affen mit zum Mittagessen-Tag (Take a Monkey to Lunch Day) findet jedes Jahr am 21. Juli statt. Der ungewöhnliche Name klingt nach einem Scherztag über Tiere und gemeinsames Essen. Tatsächlich erinnert der inoffizielle Aktionstag jedoch vor allem an einen der bekanntesten Prozesse der amerikanischen Rechtsgeschichte: den sogenannten Scopes Monkey Trial. Am 21. Juli 1925 wurde der Lehrer John Thomas Scopes im Bundesstaat Tennessee schuldig gesprochen, weil er im Unterricht die Abstammungslehre behandelt und damit gegen ein Landesgesetz verstoßen hatte.
Tennessee hatte wenige Monate zuvor den Butler Act verabschiedet. Das Gesetz untersagte es Lehrern an staatlich finanzierten Schulen und Hochschulen, eine Lehre zu verbreiten, nach der der Mensch von niedrigeren Tierformen abstamme, wenn diese der biblischen Schöpfungsgeschichte widersprach. Die American Civil Liberties Union suchte daraufhin einen Lehrer, der bereit war, das Gesetz in einem Musterprozess prüfen zu lassen. Scopes, der an der Highschool von Dayton unterrichtete und zeitweise im Biologieunterricht eingesetzt worden war, erklärte sich dazu bereit. Ob er die verbotene Lehre tatsächlich ausführlich behandelt hatte, blieb selbst später nicht völlig eindeutig.
Der Prozess begann am 10. Juli 1925 und entwickelte sich rasch zu einem landesweiten Medienereignis. Aufseiten der Anklage trat William Jennings Bryan auf, ein früherer US-Außenminister und dreimaliger Präsidentschaftskandidat. Die Verteidigung wurde von dem bekannten Strafverteidiger Clarence Darrow geprägt. In der öffentlichen Wahrnehmung standen sich damit religiöser Fundamentalismus und wissenschaftlich geprägter Modernismus gegenüber. Der Fall wurde jedoch nicht nur als Grundsatzstreit geführt. Geschäftsleute aus Dayton hatten den Prozess bewusst unterstützt, weil sie sich davon Aufmerksamkeit und wirtschaftliche Vorteile für ihre kleine Stadt versprachen.
Die Bezeichnung „Monkey Trial“ war eine zugespitzte journalistische Formel. Die Evolutionstheorie behauptet nicht, der Mensch stamme von heute lebenden Affenarten ab. Menschen und andere Primaten besitzen vielmehr gemeinsame Vorfahren. Im Prozess wurde diese wissenschaftliche Unterscheidung durch Spott, Karikaturen und Affensouvenirs häufig stark vereinfacht.
Zeitungen aus dem ganzen Land schickten Reporter nach Dayton. Der Prozess war zudem das erste amerikanische Gerichtsverfahren, das live im Radio übertragen wurde. Besonders berühmt wurde Darrows Befragung Bryans über die wörtliche Auslegung der Bibel. Dabei ging es unter anderem um die Schöpfungstage und die Frage, ob jede biblische Aussage als naturwissenschaftliche Beschreibung verstanden werden müsse. Die Auseinandersetzung prägte das Bild des Verfahrens weit stärker als die eigentliche Beweisaufnahme.
Am 21. Juli befand die Jury Scopes nach kurzer Beratung für schuldig. Richter John Raulston verhängte eine Geldstrafe von 100 Dollar. Der Oberste Gerichtshof von Tennessee hob die Verurteilung 1927 aus formalen Gründen auf, weil nicht der Richter, sondern die Jury über eine Strafe dieser Höhe hätte entscheiden müssen. Das Gesetz selbst blieb jedoch bestehen und wurde erst 1967 aufgehoben.
Wer den Nimm einen Affen mit zum Mittagessen-Tag geschaffen hat und seit wann er verbreitet wird, ist nicht zuverlässig dokumentiert. Einige moderne Kalenderseiten stellen inzwischen den Schutz von Affen und anderen Primaten in den Vordergrund. Der historische Bezug zum Urteil vom 21. Juli 1925 ist jedoch der eigentliche Kern des Tages. Er erinnert daran, wie eng Fragen von Wissenschaft, Religion, Bildung, Politik und Medien miteinander verbunden sein können.

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