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3. August 1984 – Erste Internet-E-Mail erreicht Deutschland

Am 3. August 1984 erreichte die erste Internet-E-Mail einen eigenständigen deutschen Mailserver. Empfangen wurde sie um 10.14 Uhr an der damaligen Universität Karlsruhe, dem heutigen Karlsruher Institut für Technologie.

Am 3. August 1984 erreichte die erste Internet-E-Mail einen eigenständigen deutschen Mailserver. Empfangen wurde sie um 10.14 Uhr an der damaligen Universität Karlsruhe, dem heutigen Karlsruher Institut für Technologie. Die kurze Nachricht gilt als wichtiger Meilenstein der deutschen Internetgeschichte, weil sie die erfolgreiche Anbindung Deutschlands an ein internationales Computernetz bestätigte.

Abgeschickt worden war die E-Mail bereits am 2. August in den Vereinigten Staaten von Laura Breeden, die beim amerikanischen Wissenschaftsnetz CSNET arbeitete. Ihre Nachricht ging an den Karlsruher Informatiker Michael Rotert; Professor Werner Zorn erhielt eine Kopie. Zorn hatte gemeinsam mit seinem Team den Anschluss der Bundesrepublik an das Netzwerk vorbereitet.

Der Betreff der Mail lautete „Wilkomen in CSNET!“, wobei das deutsche Wort „Willkommen“ mit nur einem l geschrieben war. Im Text begrüßte Breeden die deutschen Wissenschaftler offiziell im CSNET und erklärte, man freue sich über ihre Teilnahme. Inhaltlich war die Nachricht unspektakulär. Ihre technische und historische Bedeutung war dagegen erheblich.

Das Computer Science Network, kurz CSNET, war Anfang der 1980er Jahre in den Vereinigten Staaten gegründet worden. Es sollte Hochschulen und Forschungseinrichtungen miteinander verbinden, die keinen direkten Zugang zum militärisch geprägten ARPANET besaßen. Über das CSNET konnten Wissenschaftler elektronische Nachrichten austauschen und internationale Kontakte schneller pflegen.

Ganz neu war die elektronische Post in Deutschland 1984 allerdings nicht. Einzelne Wissenschaftler konnten schon zuvor Nachrichten über amerikanische Computer empfangen. Dafür mussten sie sich über Telefonleitungen in ausländische Rechner einwählen. Ein dauerhaft erreichbarer deutscher Mailserver existierte jedoch noch nicht.

Das änderte sich mit dem Karlsruher Anschluss. Die Nachricht aus den USA wurde zunächst auf einem zentralen Rechner zwischengespeichert und anschließend aus Karlsruhe abgerufen. Damit verfügte Deutschland erstmals über einen eigenen Knotenpunkt für den internationalen E-Mail-Verkehr. Die Karlsruher Wissenschaftler waren nun unter eigenen Adressen im CSNET erreichbar.

Von einem alltäglichen Kommunikationsmittel war die E-Mail damals noch weit entfernt. Computer standen vor allem in Universitäten, Forschungseinrichtungen und großen Unternehmen. Nachrichten wurden meist über komplizierte Befehle verschickt; grafische Mailprogramme, wie sie heute selbstverständlich sind, gab es noch nicht.

Dennoch begann mit der Karlsruher Nachricht eine Entwicklung, die die Kommunikation grundlegend verändern sollte. Aus einem Werkzeug für Wissenschaftler wurde innerhalb weniger Jahrzehnte ein Massenmedium. Der 3. August 1984 gilt deshalb als Geburtstag der Internet-E-Mail in Deutschland.

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