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6. August 1928 – Geburtstag Andy Warhol

Heute wäre Andy Warhol, einer der einflussreichsten Künstler des 20. Jahrhunderts, 95 Jahre alt geworden.

Andy Warhol gilt als Mitbegründer und herausragender Vertreter der amerikanischen Pop Art, einer Kunstrichtung, die sich von Massenmedien und Konsumkultur inspirieren ließ. Seine Werke sind weltweit bekannt und in namhaften Museen und Galerien zu sehen.

Geboren wurde Warhol am 6. August 1928 in Pittsburgh, Pennsylvania, als Sohn slowakischer Einwanderer. Sein ursprünglicher Name lautete Andrew Warhola, den er später amerikanisierte. Schon früh begeisterte er sich für das Zeichnen, für Comics und das Kino. Er studierte Gebrauchsgrafik am Carnegie Institute of Technology in Pittsburgh und zog 1949 nach New York. Dort arbeitete er als Werbegrafiker und Illustrator für Mode- und Lifestylemagazine, gewann mehrere Auszeichnungen und entwickelte seinen unverkennbaren Stil.

Anfang der 1960er Jahre wandte sich Warhol der Malerei zu. Er begann, alltägliche Konsumobjekte wie Suppendosen, Coca-Cola-Flaschen, Dollarscheine oder Comicfiguren zu reproduzieren. Dabei nutzte er das Siebdruckverfahren, um seine Motive in Serien zu variieren und zu vervielfältigen. Zu seinen bekanntesten Arbeiten zählen auch Porträts von Ikonen wie Marilyn Monroe, Elvis Presley, Jackie Kennedy oder Mao Zedong, die er in leuchtenden Farben inszenierte. Warhols Kunst lebte vom Spiel mit Gegensätzen; zwischen Alltäglichem und Glamour, Echtem und Künstlichem, Individualität und Massenware.

1962 gründete er sein Atelier „The Factory“, das bald zum Treffpunkt der New Yorker Bohème wurde; ein Ort für Künstler, Musiker, Schauspieler, Models und andere Szenegänger. Warhol experimentierte mit verschiedenen Medien: Film, Musik, Skulptur, Fotografie und Literatur. Er drehte über 60 Filme, darunter „Sleep“, „Empire“, „Chelsea Girls“ oder „Blue Movie“, produzierte das erste Album von The Velvet Underground und gestaltete Plattencover für Künstler wie die Rolling Stones und John Lennon.

Warhol war nicht nur Künstler, sondern auch Symbolfigur seiner Epoche. Der Satz „15 Minuten Ruhm“ stammt von ihm und er selbst wurde zu einer Marke. Mit seinen Perücken, Sonnenbrillen und legendären Partys schuf er sich ein öffentliches Image, das ebenso Teil seiner Kunst war wie seine Werke. Gleichzeitig war er ein geschickter Geschäftsmann, der Kunst vermarktete und vervielfältigte.

Am 3. Juni 1968 wurde Warhol in seiner Factory von der radikalen Feministin Valerie Solanas, Autorin des „SCUM Manifesto“, niedergeschossen und lebensgefährlich verletzt. Er überlebte knapp und zog sich in der Folge teilweise aus dem Rampenlicht zurück. In den 1970er- und 1980er-Jahren entstanden neue Werkserien mit Porträts, Landschaften und Stillleben. Er arbeitete auch mit jüngeren Künstlern wie Jean-Michel Basquiat und Keith Haring zusammen.

Andy Warhol starb am 22. Februar 1987 in New York an Komplikationen nach einer Gallenblasenoperation. Sein umfangreiches Werk hat die Kunstgeschichte nachhaltig beeinflusst. Seine Bilder zählen zu den teuersten der Welt und erzielen bei Auktionen Rekordpreise. Sein Nachlass ging an die Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, die sich bis heute für zeitgenössische Kunst einsetzt. 1994 wurde in seiner Heimatstadt Pittsburgh ein Museum zu seinen Ehren eröffnet.

Warhol bleibt eine der faszinierendsten Figuren der modernen Kunst- und Kulturgeschichte. Seine Werke spiegeln die Widersprüche seiner Zeit wider und regen noch immer zum Nachdenken an. Wie er selbst sagte: „Kunst ist, was du davon hältst.“

Bild: Shutterstock | Shutterstock

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