Wim Wenders, einer der bedeutendsten deutschen Filmemacher der Gegenwart, wurde am 14. August 1945 in Düsseldorf geboren. Aufgewachsen in einer von Kriegszerstörungen geprägten Umgebung, entwickelte er früh ein Gespür für die Wirkung von Räumen und Landschaften. Die Ruinen seiner Heimatstadt wurden für ihn zu einer Welt voller Geschichten, eine Erfahrung, die später seine filmische Handschrift nachhaltig prägte.
Seinen Weg ins Kino fand Wenders über Umwege. Ursprünglich wollte er Arzt werden, versuchte sich auch in Malerei und studierte Philosophie, bevor er sich für ein Studium an der Hochschule für Fernsehen und Film in München entschied. Ende der 1960er Jahre begann er dort, eigene Kurzfilme zu drehen. Bereits in den frühen 1970er Jahren entstanden erste Werke, die ihn als prägenden Kopf des Neuen Deutschen Films etablierten. Mit Filmen wie Alice in den Städten oder Im Lauf der Zeit entwickelte er eine unverwechselbare Handschrift, die von langen Einstellungen, ruhiger Erzählweise und einem besonderen Gespür für Orte geprägt ist.
Der internationale Durchbruch gelang Wenders 1984 mit Paris, Texas, einem melancholischen Roadmovie, das in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet wurde. 1987 folgte Der Himmel über Berlin, eine poetische Liebeserklärung an die geteilte Stadt, die ihm weltweite Anerkennung einbrachte. Neben Spielfilmen prägte er auch den Dokumentarfilm entscheidend. Werke wie Buena Vista Social Club über kubanische Musiker, Pina über die Choreografin Pina Bausch oder The Salt of the Earth über den Fotografen Sebastião Salgado zeigen sein Talent, Menschen und ihre Lebenswelten sensibel ins Bild zu setzen.
Seine Themen kreisen immer wieder um das Unterwegssein, um Fremdheit und Zugehörigkeit, um die Beziehung zwischen Mensch und Ort. Dabei wird der Schauplatz oft zum stillen Hauptdarsteller: die texanische Wüste, die Straßen Berlins, die Gassen von Lissabon oder zuletzt Tokio in Perfect Days. Dieses jüngste Werk, das 2023 in Cannes Premiere feierte, erzählt die leise Geschichte eines Toilettenreinigers in der japanischen Hauptstadt und wurde für einen Oscar nominiert.
Neue Projekte, darunter ein Film über Architektur und weitere fotografische Arbeiten, sind in Planung. Sein Werk zeigt, dass Kino weit mehr sein kann als bloße Unterhaltung: Es ist für ihn ein Medium, das Räume öffnet, Geschichten bewahrt und das Unsichtbare sichtbar macht. Wim Wenders bleibt damit eine der prägenden Stimmen des Weltkinos.
Bild: Shutterstock | ShutterstockBildquellen auf dieser Seite:
- Wim Wenders: Shutterstock | Shutterstock
- Sean Connery shutterstock_147290561 crop: Shutterstock | Shutterstock
- Tim-Burton-shutterstock_52940116-klein: Shutterstock | Shutterstock