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25. August 2026 – Tag des großen Mondschwindels

Am 25. August erinnert der Great Moon Hoax Day, der Tag des großen Mondschwindels, an einen der spektakulärsten Zeitungsschwindel des 19. Jahrhunderts.

Am 25. August erinnert der Great Moon Hoax Day, der Tag des großen Mondschwindels, an einen der spektakulärsten Zeitungsschwindel des 19. Jahrhunderts. An diesem Tag im Jahr 1835 begann die New Yorker Zeitung The Sun mit der Veröffentlichung einer sechsteiligen Artikelserie, die angeblich sensationelle Entdeckungen auf dem Mond schilderte. Was wie ein wissenschaftlicher Bericht wirkte, entpuppte sich später als erfundene Geschichte.

Im Mittelpunkt stand der tatsächlich existierende britische Astronom Sir John Herschel. Er war 1834 nach Südafrika gereist, um am Kap der Guten Hoffnung den südlichen Sternenhimmel zu beobachten und zu katalogisieren. Diese reale Expedition bot den idealen Hintergrund für die erfundene Geschichte. In den Artikeln wurde behauptet, Herschel habe mithilfe eines außergewöhnlich leistungsfähigen Teleskops die Oberfläche des Mondes so genau beobachten können, dass dort Pflanzen, Landschaften und sogar Tiere zu erkennen seien.

Von Ausgabe zu Ausgabe wurden die vermeintlichen Entdeckungen fantastischer. Die Leser erfuhren von bizarren Mondlandschaften, von ziegenartigen Tieren, Bisons, Einhörnern und schwanzlosen Bibern. Den Höhepunkt bildeten menschenähnliche Wesen mit Fledermausflügeln, die angeblich aufrecht gingen und auf dem Mond sogar Gebäude und Tempel errichtet hatten.

Die Artikel erschienen unter dem Namen eines gewissen Dr. Andrew Grant, der als Begleiter Herschels vorgestellt wurde. Grant existierte jedoch überhaupt nicht. Hinter der Geschichte stand der Journalist Richard Adams Locke, der für The Sun arbeitete. Locke erklärte später, die Serie sei als Satire gedacht gewesen. Sie sollte unter anderem die damals verbreiteten Spekulationen über außerirdisches Leben und die Vermischung religiöser Vorstellungen mit wissenschaftlichen Behauptungen aufs Korn nehmen.

Viele Leser nahmen die Berichte dennoch ernst. Das lag auch daran, dass Astronomie im frühen 19. Jahrhundert großes öffentliches Interesse weckte. Neue Teleskope, wissenschaftliche Expeditionen und zahlreiche Entdeckungen vermittelten den Eindruck, dass jederzeit völlig neue Welten erschlossen werden könnten. Zudem war John Herschel ein hoch angesehener Wissenschaftler, dessen Name den vermeintlichen Berichten zusätzliche Glaubwürdigkeit verlieh.

Der Schwindel verbreitete sich weit über New York hinaus. Andere Zeitungen griffen die Geschichte auf, und bald erschienen Nachdrucke und Übersetzungen auch außerhalb der Vereinigten Staaten. Gleichzeitig gab es allerdings von Anfang an skeptische Stimmen. Manche Zeitungen bezeichneten die Berichte bereits während ihrer Veröffentlichung als offensichtlichen Unsinn.

Heute gilt der große Mondschwindel als frühes Beispiel dafür, wie geschickt sich wissenschaftliche Autorität, Sensationslust und Medienwirkung miteinander verbinden lassen. Gerade deshalb wirkt die Geschichte überraschend modern. Auch fast zwei Jahrhunderte später zeigt sie, wie leicht außergewöhnliche Behauptungen glaubwürdig erscheinen können, wenn sie überzeugend präsentiert und mit bekannten Namen und vermeintlichen wissenschaftlichen Belegen verbunden werden.

KI-Bild: Daniela Niedermeier

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