Wenn es Ende August dunkel wird, sind Fledermäuse besonders gut zu beobachten. Genau deshalb liegt die Europäische Fledermausnacht jedes Jahr am letzten vollständigen Augustwochenende.
Die erste Fledermausnacht wurde 1997 im Rahmen des europäischen Fledermausschutzabkommens EUROBATS veranstaltet. Inzwischen beteiligen sich mehr als 50 Länder. Naturschutzverbände, Behörden und andere Organisationen bieten Exkursionen, Vorträge und Beobachtungsabende an. Besonders beliebt sind nächtliche Spaziergänge mit Fledermausdetektoren. Diese Geräte machen die für das menschliche Ohr normalerweise nicht wahrnehmbaren Ultraschallrufe der Tiere hörbar.
Fledermäuse nutzen die Echoortung, um sich auch in völliger Dunkelheit zurechtzufinden und Beutetiere aufzuspüren. Sie stoßen dabei hochfrequente Laute aus und werten deren Echo aus. So können sie Hindernisse und Insekten erstaunlich präzise lokalisieren. Alle in Europa heimischen Fledermausarten ernähren sich hauptsächlich von Insekten. Mit den aus Gruselgeschichten bekannten blutsaugenden Vampirfledermäusen haben sie wenig gemeinsam. Diese kommen ausschließlich in Mittel- und Südamerika vor.
Auch mit Mäusen sind Fledermäuse nicht näher verwandt. Zusammen mit den Flughunden bilden sie die Ordnung der Fledertiere und sind die einzigen Säugetiere, die zu einem echten aktiven Flug fähig sind.
In Deutschland leben rund 25 Fledermausarten. Einige haben sich eng an den Menschen angepasst und verbringen den Tag in Dachstühlen, Mauerspalten oder hinter Fassadenverkleidungen. Andere beziehen Baumhöhlen oder Felsspalten. Gerade solche Quartiere werden jedoch zunehmend knapp. Gebäudesanierungen können bislang offene Verstecke verschließen, alte Höhlenbäume verschwinden und durch den Rückgang vieler Insektenarten nimmt zugleich das Nahrungsangebot ab.
Die Europäische Fledermausnacht soll deshalb nicht nur Gelegenheit bieten, die Tiere zu beobachten. Sie macht auch darauf aufmerksam, dass Fledermäuse und ihre Quartiere geschützt sind und dass ihr Erhalt häufig schon mit vergleichsweise einfachen Maßnahmen unterstützt werden kann.
Der Termin Ende August ist dafür gut gewählt. Die Jungtiere des Jahres sind inzwischen meist flügge und die Tiere sind in den Abendstunden rege unterwegs. Wer kurz nach Sonnenuntergang an einem See, Fluss, Waldrand oder in einem alten Park wartet, hat deshalb gute Chancen, die schnellen Silhouetten am Himmel zu entdecken. Einen Fledermausdetektor braucht man dafür nicht unbedingt. Ein wenig Geduld genügt oft schon.
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