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5. September 2026 – Tag des Bartes

Am ersten Samstag im September feiern Bartträger und Bartliebhaber aus aller Welt den Tag des Bartes, einen Feiertag, der die Freude an der Gesichtsbehaarung zelebriert.

Am ersten Samstag im September feiern Bartträger und Bartliebhaber aus aller Welt den Tag des Bartes (World Beard Day), einen Feiertag, der die Freude an der Gesichtsbehaarung zelebriert. Der Bart gilt seit jeher als Symbol für Männlichkeit, Stärke, Weisheit und manchmal sogar sozialen Status.

Die Ursprünge des Tages des Bartes sind nicht genau bekannt, aber einige Historiker behaupten, dass er schon von den dänischen Wikingern im 9. Jahrhundert gefeiert wurde. Damals soll es üblich gewesen sein, dass die bärtigen Männer an diesem Tag ein großes Fest veranstalteten, bei dem sie sich gegenseitig ihre Bärte lobten, Wettkämpfe austrugen und Feinde angriffen.

Heutzutage ist der Tag des Bartes vor allem ein friedlicher Anlass, um die Vielfalt und Schönheit von Bärten zu würdigen. In verschiedenen Ländern haben sich dabei ganz unterschiedliche Traditionen und Aktivitäten entwickelt. In Australien findet beispielsweise ein jährlicher Wettbewerb statt, bei dem besonders eindrucksvolle Bärte in mehreren Kategorien ausgezeichnet werden. Die Gewinner dürfen sich über eine Trophäe und einen Kasten Bier freuen. In Spanien veranstalten die Bewohner von Villanueva de la Vera eine Parade, bei der sie sich als Ziegenböcke verkleiden und ihre Bärte schwingen. Damit erinnern sie an eine alte Legende, nach der einst ein Ziegenbock das Dorf vor einer Invasion gerettet haben soll. In Schweden treffen sich Bartträger zu einem großen Familienpicknick, schmücken ihre Bärte mit Blumen und singen gemeinsam Lieder. Bartlose Männer übernehmen dabei traditionell die Bewirtung und versorgen die Teilnehmer mit Essen und Getränken. Auch in den USA wird der Bart mit zahlreichen Veranstaltungen und Partys gefeiert. Dazu gehören unter anderem die National Beard and Moustache Championship, das Beardfest sowie verschiedene Festivals, bei denen Bärte und die damit verbundene Kultur im Mittelpunkt stehen.

Auch rund um den Bart gibt es einige Zahlen, die Besserwisser interessieren dürften. Eine YouGov-Umfrage aus Deutschland zeigte 2020, dass ein gepflegter Bart durchaus gut ankommt. 41 Prozent der befragten Frauen fanden Männer mit gepflegtem Bart „eher attraktiv“, weitere 17 Prozent sogar „sehr attraktiv“. Zusammengenommen waren es also 58 Prozent. Bei den Männern lagen die entsprechenden Werte bei 30 und 14 Prozent, insgesamt somit bei 44 Prozent.

Welche Bartform bevorzugt wird, ist allerdings eine andere Frage. Bereits eine größere Parship-Umfrage unter deutschen Singles aus dem Jahr 2018 zeigte eine deutliche Vorliebe für den Dreitagebart: 58 Prozent der befragten Frauen nannten ihn als attraktive Variante. Einen Vollbart bevorzugten dagegen nur 12 Prozent, während 23 Prozent grundsätzlich keinen Gefallen an Bärten fanden. Auch unter den Männern lag der Dreitagebart mit 43 Prozent deutlich vor dem Vollbart mit 14 Prozent.

Dass Gesichtshaare längst nicht nur eine Frage der Mode sind, zeigt eine neuere Untersuchung des Industrieverbandes Körperpflege- und Waschmittel aus dem Jahr 2022. Unter den Männern, die Rasur- und Bartpflegeprodukte verwenden, erklärten 66 Prozent, ein gepflegter beziehungsweise rasierter Bart gehöre für sie zum Mannsein dazu. Für 50 Prozent bietet die Gestaltung des Bartes zudem eine Möglichkeit, sich von anderen abzuheben. Fast die Hälfte der Befragten gab an, ohne Rasur- und Bartpflege das Gefühl zu haben, weniger auf sich selbst achten zu können.

Auch wissenschaftlich wurde untersucht, welche Wirkung ein Bart auf andere Menschen hat. Die Ergebnisse sind keineswegs so eindeutig, wie gelegentlich behauptet wird. In einer Studie wurden stärkere Bartstoppeln von Frauen als besonders attraktiv bewertet, während Vollbärte bei Eigenschaften wie Männlichkeit, Gesundheit und vermuteten väterlichen Fähigkeiten höhere Bewertungen erhielten. Andere Untersuchungen kamen zu dem Ergebnis, dass bärtige Männer häufig älter, männlicher und dominanter eingeschätzt werden als glatt rasierte. Ob sie deshalb auch attraktiver wirken, hängt jedoch stark von Bartlänge, Situation und persönlichen Vorlieben ab.

Zu den bekanntesten Männern mit markanter Gesichtsbehaarung gehört in Deutschland Horst Lichter. Sein gezwirbelter Schnurrbart ist längst zu seinem Markenzeichen geworden. Auch Hollywoodstar Clark Gable war für seinen schmalen Oberlippenbart bekannt, der so eng mit seinem Erscheinungsbild verbunden war wie seine Rollen als charmanter Frauenheld. Der surrealistische Maler Salvador Dalí wiederum machte seinen exzentrisch nach oben gezwirbelten Schnurrbart selbst zum Kunstobjekt. In den 1950er-Jahren erreichte er von einer Spitze zur anderen eine Spannweite von rund 25 Zentimetern.

Ein Bart kann sogar Teil einer Kunstfigur werden. Der österreichische Sänger Tom Neuwirth schuf 2011 die Figur Conchita Wurst, deren langer Haarpracht, elegante Kleider und schwarzer Vollbart bewusst mit traditionellen Geschlechterbildern spielten. Mit „Rise Like a Phoenix“ gewann Conchita Wurst 2014 für Österreich den Eurovision Song Contest und machte den Bart endgültig zu einem international bekannten Markenzeichen der Figur.

Und natürlich darf ZZ Top nicht fehlen. Billy Gibbons und der 2021 verstorbene Dusty Hill wurden mit ihren außergewöhnlich langen Vollbärten zu Ikonen der Rockgeschichte. Ausgerechnet Schlagzeuger Frank Beard, dessen Nachname auf Englisch „Bart“ bedeutet, war dagegen das einzige Mitglied des klassischen Trios ohne den charakteristischen Vollbart und trug meist lediglich einen Schnurrbart. Frank Beard starb am 17. August 2026 im Alter von 77 Jahren. Damit hat dieser kleine Widerspruch inzwischen leider auch einen historischen Beigeschmack.

Bildquellen auf dieser Seite:

  • Carl_Johann_Baehr_-_Bildnis_des_Malers_Caspar_David_Friedrich.jpg: Gemeinfrei | Gemeinfrei

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