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6. September 2026 – Tag gegen das Aufschieben

Der 6. September ist der Tag gegen die Prokrastination, also das Aufschieben, ein inoffizieller Feiertag, der uns dazu ermutigen soll, unser Prokrastinationsproblem anzugehen und Wege zu finden, um den ständigen Drang zu bekämpfen, wichtige Aufgaben auf einen anderen Tag zu verschieben.

Der 6. September steht im Zeichen einer Angewohnheit, die wohl fast jeder kennt: Dinge auf später zu verschieben, obwohl man genau weiß, dass sie erledigt werden müssen. Der aus den USA stammende Tag gegen das Aufschieben (Fight Procrastination Day) soll dazu anregen, liegen gebliebene Aufgaben endlich anzugehen. Dabei geht es nicht nur um unerledigte Steuererklärungen, unbeantwortete E-Mails oder den seit Wochen geplanten Hausputz. Prokrastination ist längst auch ein Thema der psychologischen Forschung.

Die Entstehung des Aktionstages lässt sich nicht lückenlos rekonstruieren. Häufig wird er auf Ethel Cook aus Bedford im US-Bundesstaat Massachusetts zurückgeführt. Sie soll 1994 einen „Do It! Day“ ins Leben gerufen haben, an dem Menschen all jene kleinen Arbeiten erledigen sollten, die sie immer wieder aufgeschoben hatten. Ursprünglich lag dieser Tag am Mittwoch nach dem amerikanischen Labor Day. Später setzte sich der 6. September als festes Datum und die Bezeichnung Fight Procrastination Day durch. Allerdings nennen einzelne moderne Feiertagskalender andere Urheber. Eine zweifelsfrei dokumentierte Gründungsgeschichte gibt es daher nicht.

Psychologen verstehen unter Prokrastination mehr als das gelegentliche Verschieben einer Aufgabe. Gemeint ist das freiwillige Aufschieben einer eigentlich beabsichtigten Handlung, obwohl man damit rechnet, dass die Verzögerung Nachteile haben wird. Nicht jedes Verschieben ist deshalb Prokrastination. Wer eine Arbeit bewusst vertagt, weil andere Aufgaben wichtiger sind oder weil noch Informationen fehlen, trifft zunächst eine vernünftige Entscheidung.

Die Forschung sieht hinter chronischem Aufschieben auch nicht einfach Faulheit oder schlechtes Zeitmanagement. Eine wichtige Rolle spielt die Regulation von Gefühlen. Unangenehme, langweilige, schwierige oder mit Versagensängsten verbundene Aufgaben erzeugen negative Gefühle. Wer die Aufgabe zunächst vermeidet, verschafft sich kurzfristig Erleichterung. Das Problem wird damit jedoch an das eigene zukünftige Ich weitergereicht. Zeitdruck, Schuldgefühle und Stress nehmen häufig zu.

Dass dies Folgen haben kann, zeigt auch eine im August 2026 veröffentlichte Meta-Analyse mit 36 Stichproben und insgesamt 8.603 Teilnehmern. Chronische Prokrastination hing darin mit einer schlechteren Einschätzung der eigenen Gesundheit zusammen. Einen Teil dieses Zusammenhangs konnten die Forscher durch erhöhten Stress erklären.

Gegen das Aufschieben helfen deshalb nicht unbedingt strengere Selbstvorwürfe. Sinnvoller ist es, große Vorhaben in konkrete, kleine Schritte zu zerlegen und genau festzulegen, wann und wo der erste Schritt erfolgen soll. Auch sogenannte Wenn-dann-Pläne können dabei helfen, aus einer bloßen Absicht tatsächliches Handeln zu machen.

Damit passt der Tag gegen das Aufschieben durchaus zu seinem Thema: Man muss am 6. September nicht sämtliche unerledigten Aufgaben bewältigen. Eine davon tatsächlich anzufangen, wäre bereits ganz im Sinne des Tages.

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