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9. September 1873 – Geburtstag Max Reinhardt

Max Reinhardt, geboren als Maximilian Goldmann am 9. September 1873 in Baden bei Wien, zählt zu den bedeutendsten Theaterregisseuren und -intendanten des 20. Jahrhunderts.

Max Reinhardt, geboren als Maximilian Goldmann am 9. September 1873 in Baden bei Wien, zählt zu den bedeutendsten Theaterregisseuren und -intendanten des 20. Jahrhunderts. Mit seinem visionären Verständnis von Theater und seiner Fähigkeit, das Publikum in magische Welten zu entführen, prägte er die europäische Theaterlandschaft entscheidend.

Reinhardt wurde als Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie geboren und wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf. Schon früh entwickelte er eine Leidenschaft für das Theater. In seiner Jugend zog es ihn nach Wien, wo er Schauspielunterricht nahm und sich intensiv mit der Kunstform beschäftigte. Seine ersten Bühnenerfahrungen sammelte er in verschiedenen kleinen Theatern in Wien und Salzburg, wo er als Schauspieler arbeitete.

Sein Wechsel von der Schauspielerei zur Regie markierte einen Wendepunkt in seiner Karriere. In den frühen 1900er Jahren trat er erstmals als Regisseur in Erscheinung und machte schnell durch seine innovativen Inszenierungen auf sich aufmerksam. 1901 übernahm er die Leitung des „Kleinen Theaters“ in Berlin und gründete nur wenige Jahre später das „Deutsche Theater“, ein Symbol für seine spätere Bedeutung in der Theaterwelt.

Max Reinhardts Arbeit am Deutschen Theater in Berlin, das er ab 1905 leitete, brachte ihn in den Mittelpunkt des europäischen Theatergeschehens. Dort führte er wegweisende Inszenierungen auf, die sich durch eine meisterhafte Verschmelzung von Bühnentechnik, Lichtregie und Schauspielkunst auszeichneten. Er revolutionierte die Theaterinszenierung durch die Einführung einer plastischen Regie und einer dynamischen Bühnenarchitektur, die das Publikum unmittelbar in das Geschehen eintauchen ließ.

Seine wohl bekannteste Inszenierung während dieser Zeit war Shakespeares „Sommernachtstraum“ (1905), bei der Reinhardt erstmals eine vollkommen neue, träumerisch-phantastische Atmosphäre schuf. Er verließ den traditionellen Bühnenrahmen und entwickelte neue Raumkonzepte, die das Publikum tiefer in das Theatererlebnis zogen. Diese Inszenierung markierte den Beginn seiner internationalen Berühmtheit.

1920 gründete Reinhardt zusammen mit dem Schriftsteller Hugo von Hofmannsthal und dem Komponisten Richard Strauss die Salzburger Festspiele, die bis heute zu den bedeutendsten kulturellen Veranstaltungen der Welt zählen. Die Aufführung von Hofmannsthals „Jedermann“ auf dem Domplatz von Salzburg wurde zur legendären Inszenierung und ist bis heute ein Herzstück des Festivals.

Reinhardt experimentierte kontinuierlich mit neuen Bühnenkonzepten und setzte vermehrt auf die Einbindung von monumentalen Außenräumen. So inszenierte er beispielsweise „Die Orestie“ in einer gigantischen Arena und verlieh dem klassischen Stoff eine fast rituelle Dimension.

Sein Theaterstil war international anerkannt und brachte ihn nach London, Paris und schließlich in die USA. In Hollywood inszenierte er auch Filme, darunter die berühmte Verfilmung von „A Midsummer Night’s Dream“ im Jahr 1935. Seine filmischen Werke konnten jedoch nie die Intensität und Tiefe seiner Theaterinszenierungen erreichen.

Mit dem Aufstieg des Nationalsozialismus in Deutschland und der Machtergreifung Hitlers 1933 wurde Reinhardt aufgrund seiner jüdischen Herkunft zunehmend bedroht. Er verließ Deutschland und emigrierte in die USA, wo er sich weiterhin dem Theater widmete. Trotz seiner internationalen Erfolge und der Gründung einer Schauspielschule in Hollywood konnte Reinhardt nie wieder an seine Glanzzeiten in Europa anknüpfen.

Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich in den späten Jahren, und er starb am 30. Oktober 1943 in New York. Dennoch blieb sein Erbe im internationalen Theatergeschehen lebendig. Reinhardt hatte das Theater revolutioniert, indem er es als Gesamtkunstwerk verstand, in dem Schauspiel, Bühne und Lichtregie zu einer harmonischen Einheit verschmelzen.

Max Reinhardt hinterließ ein reiches künstlerisches Erbe, das bis heute in der Theaterwelt nachhallt. Seine Visionen von einem neuen, ganzheitlichen Theater haben Generationen von Regisseuren und Bühnenbildnern beeinflusst. Reinhardt sah das Theater als einen Ort der Magie, in dem die Grenzen zwischen Realität und Illusion verschwimmen.

Bild: Gemeinfrei | Gemeinfrei

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  • Leo-Tolstoi-L.N.Tolstoy_Prokudin-Gorsky: Gemeinfrei | Gemeinfrei

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