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19. September 1991 – Gletschermumie „Ötzi“ wurde gefunden

Am 19. September 1991 machten die deutschen Bergwanderer Erika und Helmut Simon eine sensationelle Entdeckung in den Ötztaler Alpen: die Gletschermumie Ötzi.

Am 19. September 1991 machten die deutschen Bergwanderer Erika und Helmut Simon eine sensationelle Entdeckung in den Ötztaler Alpen: die Gletschermumie Ötzi. Diese Mumie, die aus der späten Jungsteinzeit bzw. Kupfersteinzeit stammt, wurde in einer Felsmulde auf etwa 3200 Metern Höhe gefunden. Der Fundort, das Tisenjoch, war bis vor etwa 6000 Jahren eisfrei.

Vor rund 6000 Jahren herrschte in den Ostalpen ein sogenanntes Klimaoptimum, eine wärmere Phase innerhalb des Holozäns. Während dieser Zeit waren selbst die hohen Gipfel der Ostalpen eisfrei. Erst vor etwa 5900 Jahren begann eine kühlere Phase, die zur erneuten Vergletscherung der Gipfel führte. Diese klimatischen Veränderungen machten die Alpenüberquerungen für die damaligen Menschen gefährlicher.

Die Entdeckung von Ötzi hat uns nicht nur Einblicke in das Leben unserer Vorfahren gegeben, sondern auch wertvolle Informationen über das Klima der damaligen Zeit geliefert. Ötzi, der vor etwa 5300 Jahren lebte, war ein Mann mittleren Alters, der vermutlich durch einen Pfeilschuss in den Rücken starb. Seine gut erhaltene Kleidung und Ausrüstung, darunter ein Kupferbeil, ein Langbogen und eine Bärenfellmütze, geben uns Aufschluss über die Technologie und Lebensweise der Menschen in der Kupfersteinzeit.

Genetische Analysen haben gezeigt, dass Ötzi dunkle Augen und eine dunklere Haut hatte als bisher angenommen. Zudem stammte er wohl von Bauern aus der heutigen Türkei ab. Diese Erkenntnisse haben unser Bild von den Menschen der Jungsteinzeit erheblich erweitert.

Die Analyse der Gletscher und Eiskerne in den Ötztaler Alpen hat gezeigt, dass die Gipfel der Ostalpen in den letzten 10.000 Jahren wiederholt eisfrei waren. Diese natürlichen Klimaschwankungen haben erhebliche Auswirkungen auf die Gletscher in hohen Lagen gehabt. Zu Ötzis Lebzeiten kühlte sich das Klima ab, und die Gletscher begannen wieder zu wachsen. Diese klimatischen Bedingungen haben dazu beigetragen, dass Ötzis Körper so gut konserviert wurde.

Die Entdeckung von Ötzi hat uns nicht nur ein detailliertes Bild von einem Menschen der Kupfersteinzeit gegeben, sondern auch wertvolle Informationen über die klimatischen Bedingungen in den Alpen vor Tausenden von Jahren geliefert. Sie bleibt eine der bedeutendsten archäologischen Entdeckungen des 20. Jahrhunderts.

Bildquellen auf dieser Seite:

  • Mayer_Amschel_Rothschild-gemeinfrei: Gemeinfrei | Gemeinfrei
  • Twiggy-CC-BY-4-Los-Angeles-Times-Photographic-Collection-crop-1: Los Angeles Times Photographic Collection | CC BY 4.0 International

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