Am 26. September 1810 wurde das Unternehmen Peugeot Frères Aînés gegründet. Damit begann die Geschichte eines Unternehmens, dessen Name heute vor allem mit Autos verbunden wird, das ursprünglich jedoch mit der Automobilindustrie überhaupt nichts zu tun hatte. Die Brüder Jean-Pierre II und Jean-Frédéric Peugeot ließen die familieneigene Mühle in Sous-Cratet bei Hérimoncourt im Osten Frankreichs zu einem Betrieb für Stahlverarbeitung umbauen.
Aus dem Stahl entstanden zunächst unter anderem Sägeblätter, Werkzeuge, Federn und später auch Korsettstangen. Ab 1840 stellte Peugeot Kaffeemühlen her, ab 1874 kamen Gewürzmühlen hinzu. Ein Teil dieser Tradition lebt bis heute weiter: Unter dem Namen Peugeot werden nach wie vor hochwertige Pfeffer- und Salzmühlen verkauft. Der Löwe, heute weltweit als Markenzeichen der Autos bekannt, wurde bereits im 19. Jahrhundert verwendet. 1858 ließ Peugeot das Löwenzeichen als Marke schützen.
Mit der zunehmenden Bedeutung neuer Verkehrsmittel erweiterte die Familie ihre Produktion. 1882 entstand das erste Peugeot-Fahrrad, ein Hochrad, wenige Jahre später begann die Serienfertigung von Fahrrädern. Armand Peugeot erkannte früh das Potenzial des Automobils. 1889 präsentierte er gemeinsam mit dem Ingenieur Léon Serpollet ein dampfbetriebenes Dreirad. Schon 1890 folgte mit dem Typ 2 ein vierrädriges Fahrzeug mit Benzinmotor. 1891 begann mit dem Typ 3 die Serienproduktion von Peugeot-Automobilen.
Im Laufe des 20. Jahrhunderts entwickelte sich Peugeot zu einem der bedeutenden französischen Autohersteller. 1929 erschien der Peugeot 201. Mit ihm begann die bis heute bekannte Modellbezeichnung mit drei Ziffern und einer Null in der Mitte. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörten Modelle wie der 203, 403, 404 und 504 zu den prägenden Fahrzeugen der Marke. Der 403 wurde ab 1959 auch als Großserien-Pkw mit Dieselmotor angeboten.
In den 1970er-Jahren wuchs aus Peugeot ein größerer Automobilkonzern. Peugeot übernahm 1974 Citroën vollständig, 1976 wurden beide Unternehmen zusammengeführt. 1978 kamen die europäischen Aktivitäten des US-Herstellers Chrysler hinzu, deren Fahrzeuge zeitweise wieder unter dem traditionsreichen Namen Talbot verkauft wurden.
Eine besonders wichtige Rolle spielte ab 1983 der Peugeot 205. Mehr als 5,2 Millionen Exemplare wurden gebaut. Das kompakte Auto half dem Unternehmen aus einer wirtschaftlich schwierigen Phase und wurde auch durch seine Erfolge im Rallyesport bekannt. Später setzten Modelle wie 306, 406, 206 und 307 die Erfolgsgeschichte fort.
Auch Peugeot musste sich im 21. Jahrhundert auf strengere Abgasvorschriften und den Wandel zur Elektromobilität einstellen. 2010 brachte die Marke mit dem iOn eines ihrer ersten modernen Elektroautos auf den Markt. Inzwischen gibt es zahlreiche Modelle sowohl mit Elektro- als auch mit Hybridantrieb.
Eine entscheidende Veränderung erfolgte 2021. Die damalige Groupe PSA, zu der Peugeot gehörte, fusionierte mit Fiat Chrysler Automobiles. Daraus entstand der internationale Autokonzern Stellantis. Peugeot ist seither eine seiner Marken und wird in mehr als 140 Ländern angeboten. Im Jahr 2026 zählt Stellantis Peugeot zu seinen vier globalen Kernmarken.
Damit liegen zwischen der Stahlverarbeitung in einer ehemaligen Mühle und den heutigen Elektroautos weit über 200 Jahre Jahre Industriegeschichte. Nur eines hat sich über weite Teile dieser Zeit gehalten: der Löwe als Erkennungszeichen von Peugeot.
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