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8. Oktober 1990 – Veröffentlichung Minesweeper

Am 8. Oktober 1990 veröffentlichte Microsoft ein unscheinbares Computerspiel, das sich zu einem der bekanntesten Klassiker der PC-Geschichte entwickeln sollte. Minesweeper begeisterte Millionen Menschen

Am 8. Oktober 1990 veröffentlichte Microsoft ein unscheinbares Computerspiel, das sich zu einem der bekanntesten Klassiker der PC-Geschichte entwickeln sollte. Minesweeper begeisterte Millionen Menschen, machte sie mit der Computermaus vertraut und sorgte in Büros auf der ganzen Welt für manche verlängerte Arbeitspause. Auch viele Jahre später ist das Spiel keineswegs vergessen.

Die Geschichte von Minesweeper, auf Deutsch „Minenräumer“, reicht weiter zurück als seine Veröffentlichung durch Microsoft. Bereits 1983 entwickelte der britische Programmierer Ian Andrew das Spiel „Mined-Out“ für den Heimcomputer ZX Spectrum. Zwei Jahre später erschien mit „Relentless Logic“ ein weiteres Spiel, das auf ähnlichen Prinzipien beruhte. Die später weltberühmte Windows-Version entstand schließlich durch die Microsoft-Mitarbeiter Curt Johnson und Robert Donner. Johnson hatte zunächst ein Minensuchspiel für das Betriebssystem OS/2 programmiert, das Donner anschließend für Windows umsetzte.

Am 8. Oktober 1990 erschien Minesweeper als Bestandteil des ersten Microsoft Entertainment Pack, einer Sammlung kleiner Unterhaltungsspiele. Den entscheidenden Durchbruch brachte jedoch das Jahr 1992. Mit Windows 3.1 wurde Minesweeper erstmals standardmäßig auf Millionen Computern installiert. Fortan gehörte es ebenso selbstverständlich zur Windows-Welt wie der Kartenklassiker Solitaire.

Das Spielprinzip war denkbar einfach. Auf dem Bildschirm erschien ein rechteckiges Spielfeld mit zahlreichen verdeckten Kästchen. Unter einigen davon verbargen sich Minen. Wer ein sicheres Feld anklickte, erhielt eine Zahl, die angab, wie viele der acht angrenzenden Felder vermint waren. Durch logisches Kombinieren mussten die Spieler herausfinden, wo sich die gefährlichen Stellen befanden. Vermutete Minen konnten mit kleinen Fähnchen markiert werden. Wer dagegen versehentlich eine Mine aufdeckte, hatte verloren.

Drei Schwierigkeitsstufen sorgten dafür, dass sowohl Anfänger als auch erfahrene Spieler auf ihre Kosten kamen. Eine integrierte Stoppuhr machte aus dem Denkspiel zusätzlich einen Wettkampf um möglichst schnelle Lösungen.

Minesweeper erfüllte allerdings noch einen weiteren Zweck. Anfang der 1990er-Jahre war die Bedienung eines Computers mit der Maus für viele Menschen ungewohnt. Das Spiel half dabei, den gezielten Umgang mit der linken und rechten Maustaste einzuüben. Was wie ein harmloser Zeitvertreib aussah, vermittelte ganz nebenbei wichtige Fertigkeiten im Umgang mit der grafischen Benutzeroberfläche.

Besonders in Büros entwickelte sich Minesweeper zu einem Phänomen. Das Spiel ließ sich jederzeit starten, eine Partie dauerte oft nur wenige Minuten. Allerdings blieb es selten bei einer einzigen Runde. Der Wunsch, die eigene Bestzeit zu unterbieten, erwies sich als erstaunlich hartnäckig. So wurde Minesweeper zum Sinnbild jener kleinen digitalen Ablenkungen, die den Arbeitsalltag am Computer begleiteten.

Auch Kritik blieb nicht aus. Im Jahr 2001 protestierte eine Initiative gegen die Verharmlosung von Landminen durch das Spiel. Microsoft reagierte später mit einer alternativen Darstellung, bei der Blumen an die Stelle der Minen treten konnten.

Bis Windows 7 gehörte Minesweeper zur Standardausstattung des Betriebssystems. Mit Windows 8 verschwand es 2012 aus der vorinstallierten Spielesammlung. Microsoft bietet inzwischen eine modernisierte Version mit zusätzlichen Spielmodi an, allerdings auch mit Werbung und kostenpflichtigen Angeboten. Gleichzeitig entstanden zahlreiche kostenlose Alternativen für Internetbrowser und Smartphones.

Längst hat sich außerdem eine internationale Wettkampfszene entwickelt. Spieler messen sich in Turnieren und veröffentlichen ihre Rekordzeiten. Auf der höchsten Schwierigkeitsstufe müssen dabei 99 Minen auf einem Feld mit 480 Kästchen berücksichtigt werden. Der chinesische Spieler Ze-en Ju erreichte 2024 eine bemerkenswerte Bestzeit von nur 25,1 Sekunden.

Minesweeper zeigt, dass ein erfolgreiches Computerspiel weder aufwendige Grafik noch eine ausgefeilte Handlung benötigt. Seine Mischung aus Logik, Konzentration, Geschwindigkeit und gelegentlichem Glück funktioniert auch nach mehr als drei Jahrzehnten. Aus einem kleinen Zusatzprogramm wurde ein Stück Computergeschichte, das bis heute gespielt wird.

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  • Werbung für Nestle-Wellen Dauerwellen: Gemeinfrei | Gemeinfrei

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