Am 24. Oktober 1975 gründete der amerikanische Automobilmanager John Zachary DeLorean in Detroit die DeLorean Motor Company (DMC). Sein Ziel war es, einen außergewöhnlichen Sportwagen zu entwickeln, der sich durch modernes Design, innovative Technik und hohe Sicherheitsstandards von der Konkurrenz unterscheiden sollte. Obwohl das Unternehmen nur wenige Jahre existierte und lediglich ein einziges Serienmodell hervorbrachte, wurde der DeLorean zu einem der bekanntesten Automobile der Filmgeschichte.
John DeLorean hatte zuvor eine erfolgreiche Karriere bei General Motors gemacht. Als Manager bei Pontiac und Chevrolet war er unter anderem an der Entwicklung des Pontiac GTO beteiligt, der zu den Wegbereitern der amerikanischen Muscle-Cars zählt. 1973 verließ er den Konzern, um seine Vorstellungen von einem eigenen Automobil zu verwirklichen.
Das geplante Fahrzeug sollte eine unlackierte Edelstahlkarosserie, Flügeltüren und eine futuristische Linienführung erhalten. Für das Design verpflichtete DeLorean den italienischen Automobildesigner Giorgetto Giugiaro. Die technische Weiterentwicklung übernahm später der britische Sportwagenhersteller Lotus. Als Antrieb diente schließlich ein gemeinsam von Peugeot, Renault und Volvo entwickelter Sechszylindermotor, der im Heck des Wagens untergebracht war.
Für die Produktion entschied sich DeLorean für Nordirland. Die britische Regierung unterstützte das Projekt mit umfangreichen öffentlichen Mitteln, da in der wirtschaftlich angeschlagenen Region dringend Arbeitsplätze benötigt wurden. 1978 entstand in Dunmurry bei Belfast ein modernes Automobilwerk, in dem zeitweise mehr als 2.000 Menschen beschäftigt waren.
Im Januar 1981 verließen die ersten serienmäßigen DeLorean DMC-12 das Werk. Das Fahrzeug beeindruckte durch seine ungewöhnliche Erscheinung, konnte die hohen Erwartungen jedoch technisch nicht erfüllen. Mit rund 130 PS war der Sportwagen vergleichsweise schwach motorisiert. Hinzu kamen Qualitätsprobleme, Produktionsverzögerungen und ein Verkaufspreis von etwa 25.000 Dollar, der deutlich über den ursprünglichen Planungen lag.
Die Verkaufszahlen blieben weit hinter den Erwartungen zurück. Bereits im Februar 1982 wurde die nordirische Gesellschaft unter Insolvenzverwaltung gestellt. Nachdem weitere Finanzhilfen ausblieben, kam die Produktion noch im selben Jahr endgültig zum Erliegen. Insgesamt entstanden etwa 9.000 Fahrzeuge.
Zusätzliche Schlagzeilen verursachte John DeLoreans Verhaftung im Oktober 1982. Ihm wurde vorgeworfen, an einem Kokainhandel beteiligt gewesen zu sein, um Geld für sein Unternehmen zu beschaffen. 1984 sprach ihn ein Gericht frei, nachdem seine Verteidigung eine unzulässige Verleitung durch Ermittler geltend gemacht hatte. Auch in einem späteren Betrugsverfahren wurde er freigesprochen. Sein wirtschaftliches Ansehen war jedoch dauerhaft beschädigt. DeLorean starb am 19. März 2005 im Alter von 80 Jahren.
Ausgerechnet nach dem Ende der Produktion begann die außergewöhnliche Karriere seines Automobils. 1985 wurde der DMC-12 in Robert Zemeckis‘ Science-Fiction-Komödie Zurück in die Zukunft zur Zeitmaschine des exzentrischen Wissenschaftlers Doc Brown. Auch in den beiden Fortsetzungen spielte der Wagen eine zentrale Rolle. Mit seinem eingebauten Fluxkompensator und den Flügeltüren entwickelte er sich zu einer Ikone der Popkultur.
Die ursprüngliche DeLorean Motor Company verschwand, doch der Name blieb erhalten. 1995 gründete der Unternehmer Stephen Wynne in Texas ein neues Unternehmen gleichen Namens, das sich auf Ersatzteile, Wartung und Restaurierung der historischen Fahrzeuge spezialisierte. Es besteht keine unmittelbare gesellschaftsrechtliche Kontinuität zum ursprünglichen Hersteller.
2022 wurde mit dem Alpha5 ein elektrisch angetriebener Sportwagen mit Flügeltüren vorgestellt, der an die Geschichte der Marke anknüpfen sollte. Die angekündigte Produktion kam jedoch nicht zustande. Finanzielle Schwierigkeiten und Rechtsstreitigkeiten um die Entwicklung des Fahrzeugs belasteten das Projekt auch 2026. Parallel verfolgt Kat DeLorean, die Tochter des Firmengründers, eigene Pläne für eine Wiederbelebung der Marke.
Der DeLorean bleibt damit ein ungewöhnliches Kapitel der Automobilgeschichte: wirtschaftlich ein Misserfolg, technisch keineswegs revolutionär, aber durch sein unverwechselbares Erscheinungsbild und seine Filmkarriere bis heute unvergessen.
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