Der Welttag des Balletts (World Ballet Day) findet in diesem Jahr am 29. Oktober statt. Ballett gilt als Inbegriff von Eleganz, Anmut und Leichtigkeit. Doch hinter den scheinbar mühelosen Bewegungen auf der Bühne stehen jahrelanges Training, körperliche Disziplin und unzählige Probenstunden. Der internationale Aktionstag ermöglicht es, einen Blick hinter die Kulissen dieser traditionsreichen Kunstform zu werfen. Ballettensembles aus aller Welt öffnen ihre Proberäume und zeigen, wie viel Arbeit hinter einer Aufführung steckt.
Die Geschichte des Aktionstages begann am 1. Oktober 2014 mit einem ungewöhnlichen Experiment. Fünf renommierte Ballettensembles, das Australian Ballet, das Bolschoi-Ballett in Moskau, das Royal Ballet in London, das National Ballet of Canada und das San Francisco Ballet, organisierten gemeinsam eine weltweite Liveübertragung. Über einen Zeitraum von insgesamt 20 Stunden konnten Zuschauer verfolgen, wie die Tänzer trainierten, probten und sich auf ihre Auftritte vorbereiteten. Die Übertragung wanderte mit den Zeitzonen von Melbourne über Moskau und London bis nach Nordamerika.
Die Idee erwies sich als erfolgreich. Aus dem einmaligen Experiment entwickelte sich eine internationale Veranstaltung, an der inzwischen zahlreiche Ballettensembles teilnehmen. Anders als bei gewöhnlichen Aufführungen geht es dabei nicht um das fertige Kunstwerk, sondern um dessen Entstehung. Zuschauer erleben das tägliche Training an der Ballettstange, beobachten die Arbeit von Choreografen und erfahren in Gesprächen mit Tänzern mehr über deren Berufsalltag. Die Übertragungen sind kostenlos und werden über die Internetseiten und sozialen Medien der beteiligten Ensembles angeboten.
Dabei wird deutlich, wie anspruchsvoll der Beruf des Balletttänzers tatsächlich ist. Die Ausbildung beginnt häufig bereits im Kindesalter und verlangt neben musikalischem Verständnis und Ausdruckskraft eine außergewöhnliche körperliche Leistungsfähigkeit. Selbst erfahrene Tänzer absolvieren täglich ein umfangreiches Training, um ihre Technik zu erhalten und Verletzungen vorzubeugen. Die kurzen, scheinbar schwerelosen Momente auf der Bühne sind das Ergebnis jahrelanger Arbeit.
Das klassische Ballett hat seine Wurzeln an den europäischen Fürstenhöfen der Renaissance. Besonders in Frankreich entwickelte es sich im 17. Jahrhundert unter König Ludwig XIV. zu einer eigenständigen Kunstform. Der selbst begeisterte Tänzer gründete 1661 die Académie royale de danse, die wesentlich zur Professionalisierung des Balletts beitrug. Im 19. Jahrhundert entstanden mit Werken wie „Giselle“, „Schwanensee“ und „Dornröschen“ zahlreiche Klassiker, die bis heute zum Repertoire großer Ensembles gehören. Im 20. Jahrhundert erweiterten moderne Choreografen die Ausdrucksmöglichkeiten des Balletts und lösten sich zunehmend von traditionellen Erzählformen.
Der Welttag des Balletts hat kein festes Kalenderdatum. Er wird von den beteiligten Institutionen jährlich neu festgelegt und findet gewöhnlich im Herbst statt. Dadurch können die Ensembles ihre Übertragungen auf ihre jeweiligen Spielpläne abstimmen und möglichst vielen Zuschauern einen Einblick in ihre Arbeit ermöglichen.
Der Welttag des Balletts bietet eine Gelegenheit, die Tanzkunst jenseits der glanzvollen Aufführungen kennenzulernen. Er zeigt nicht nur die Schönheit des Balletts, sondern auch die Menschen, deren Können, Ausdauer und Zusammenarbeit diese Kunst erst möglich machen.

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- Altes-Radiogeraet: Werner Niedermeier | Werner Niedermeier
- Asterix_der_Gallier Gemeinfrei: Gemeinfrei | Gemeinfrei
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