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6. November 1919 – Todestag Hermann Bahlsen

Am 6. November 1919 starb Hermann Bahlsen, der Gründer der Süßwaren-Fabrik Bahlsen und der Schöpfer des berühmten Leibniz-Butterkekses.

Er war ein Pionier der Lebensmittelindustrie, ein Erfinder und ein Unternehmer mit Weitblick. Am 6. November 1919 starb Hermann Bahlsen, der Gründer der Süßwaren-Fabrik Bahlsen und der Schöpfer des berühmten Leibniz-Butterkekses.

Hermann Bahlsen wurde am 14. November 1859 in Hannover geboren. Nach einer kaufmännischen Lehre in Genf arbeitete er zunächst in seiner Heimatstadt und dann in London. Dort lernte er die englischen “Cakes” kennen, die er auch auf dem Kontinent vermarkten wollte. 1888 wurde er Teilhaber einer Fabrik für englische Cakes und Biskuits in Hannover. Ein Jahr später gründete er seinen eigenen Betrieb an der Friesenstraße, die “Hannoversche Cakesfabrik H. Bahlsen”.

1891 hatte er die Idee, für seine Buttercakes, die er im Gegensatz zu seinen Konkurrenten nicht lose, sondern in Tüten abgepackt verkaufte, mit einem Leibniz-Zitat zu werben. Das steigerte den Umsatz innerhalb kürzester Zeit. Er nannte seinen Butterkeks nach dem berühmten Philosophen und Mathematiker Gottfried Wilhelm Leibniz, der ebenfalls aus Hannover stammte.

Zum Erfolg der Bahlsen-Produkte trug auch die 1903 patentierte Verpackung bei, die lange Haltbarkeit garantierte. Auf diesen Vorzug spielte auch das um die Jahrhundertwende entworfene Firmenlogo an, das einer ägyptischen Hieroglyphe nachempfunden ist: Das ägyptische Wort djed (von Bahlsen zu TET vereinfacht) bedeutet “Dauerhaftigkeit”, “Ewigkeit” oder “unvergänglich”. Auf die Idee mit der Hieroglyphe hatte ihn der weitgereiste Museumsdirektor Friedrich Tewes gebracht.

Ein weiteres Merkmal der Kekse neben der Hieroglyphe sind bis heute die 52 “Zähne” (heraldisch “Dornen”), die 15 eingestanzten Punkte auf der Vorderseite und der typische Leibniz-Schriftzug. Bahlsen beauftragte immer wieder renommierte Künstler mit Entwürfen, wie Emanuel Josef Margold von der Wiener Werkstätte. Auch Kurt Schwitters und Lotte Pritzel arbeiteten am Image des Leibnizkekses.

Innovativ waren auch Bahlsens Produktionsmethoden; als erster Hersteller in Europa setzte er ab 1905 auf Fließbandfertigung. Acht Jahre bevor Henry Ford sie in der Automobilmontage einsetzte. 1911 oder 1912 fand die Eindeutschung des englischen Wortes “cakes” zu “Keks”, um die Bahlsen lange als Erfinder des Wortes gekämpft hatte, Eingang in den Duden, der damals noch relevant für die deutsche Sprache war.

Bahlsen war nicht nur ein erfolgreicher Geschäftsmann, sondern auch ein sozial engagierter Mensch. Er gründete eine Betriebskrankenkasse, eine Betriebsküche, eine Betriebsbibliothek und einen Betriebskindergarten für seine Mitarbeiter. Er unterstützte auch verschiedene wohltätige und kulturelle Einrichtungen in Hannover.

Nach Bahlsens Tod übernahmen seine drei Söhne die Leitung des Unternehmens, das zu der Zeit bereits über 1700 Mitarbeiter beschäftigte. Heute ist Bahlsen ein weltweit bekannter und erfolgreicher Hersteller von Gebäck, der immer noch in Familienbesitz ist. Der Leibniz-Butterkeks ist nach wie vor das beliebteste Produkt der Firma und wird in über 80 Ländern verkauft.

Bild: Bahlsen GmbH & Co. KG | All Rights Reserved
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