Am 27. Oktober 2024 jährt sich der Todestag von Lou Reed. Der US-amerikanische Songwriter, Gitarrist und Sänger gilt als einer der einflussreichsten und innovativsten Musiker der Rockgeschichte. Mit seiner Band The Velvet Underground und als Solokünstler schuf er Werke, die Genres wie Punk, Noise-Rock oder Industrial vorwegnahmen oder prägten.
Lou Reed wurde am 2. März 1942 in Brooklyn geboren und wuchs in einer konservativ-jüdischen Familie auf. Schon früh entwickelte er ein Interesse an Rock ’n’ Roll und Rhythm and Blues und spielte in verschiedenen Bands. Als Jugendlicher wurde er von seinen Eltern in psychiatrische Behandlung geschickt, bei der er Elektroschocks erhielt. Diese Erfahrung verarbeitete er später in einigen seiner Songs, wie Kill Your Sons.
1964 schloss er sein Studium der englischen Literatur an der Syracuse University ab und zog nach New York City, wo er als Songschreiber für eine Plattenfirma arbeitete. Dort lernte er den walisischen Musiker John Cale kennen, mit dem er 1965 die Band The Velvet Underground gründete. Die Gruppe wurde von dem Popart-Künstler Andy Warhol gefördert, der sie in seine multimediale Show The Exploding Plastic Inevitable integrierte. Warhol entwarf auch das berühmte Bananen-Cover für das Debütalbum The Velvet Underground & Nico (1967), das mit der deutschen Sängerin Nico aufgenommen wurde.
Die Musik von The Velvet Underground war radikal anders als die damalige Rockmusik. Sie experimentierten mit Feedback, Dissonanzen und Lärm und behandelten in ihren Texten Themen wie Drogen, Sex und Gewalt. Obwohl die Band zu ihrer Zeit kaum kommerziellen Erfolg hatte, wurde sie später als eine der wichtigsten und einflussreichsten Bands der Rockgeschichte anerkannt. Der britische Musiker Brian Eno sagte einmal: „Die ersten Velvet Underground Alben haben sich nur etwa 30.000 Mal verkauft, aber jeder, der eins gekauft hat, hat eine Band gegründet.“
1970 verließ Lou Reed die Band und begann eine Solokarriere, die mehr als vier Jahrzehnte dauern sollte. Sein erstes Soloalbum Lou Reed (1972) war noch stark von den Velvet Underground beeinflusst, aber sein zweites Album Transformer (1972) markierte einen stilistischen Wandel. Das Album wurde von David Bowie und Mick Ronson produziert, die große Fans von Reed waren. Transformer enthielt einige von Reeds bekanntesten Songs, wie Walk On The Wild Side, Perfect Day und Satellite Of Love. Das Album war auch ein kommerzieller Durchbruch für Reed, der damit in mehreren Ländern die Charts erreichte.
In den folgenden Jahren veröffentlichte Reed eine Reihe von Alben, die unterschiedliche musikalische Richtungen einschlugen und oft polarisierten. Zu seinen umstrittensten Werken gehörte Metal Machine Music (1975), ein Doppelalbum aus reinem Feedback-Lärm, das viele als unanhörbar empfanden. Zu seinen künstlerisch erfolgreichsten Werken gehörte Berlin (1973), ein Konzeptalbum über ein drogensüchtiges Paar im geteilten Berlin, das von Kritikern zunächst verrissen wurde, aber später als Meisterwerk anerkannt wurde.
Reed arbeitete auch mit anderen Künstlern zusammen, wie zum Beispiel Robert Quine, Laurie Anderson oder Metallica. Er experimentierte mit verschiedenen Stilen und Formen, wie zum Beispiel Spoken Word, Theater oder Fotografie. Er engagierte sich auch für politische und soziale Anliegen, wie zum Beispiel Menschenrechte, Tierrechte oder Umweltschutz.
Lou Reed starb am 27. Oktober 2013 im Alter von 71 Jahren an den Folgen einer Lebertransplantation. Er hinterließ ein umfangreiches musikalisches Erbe, das Generationen von Musikern inspirierte und beeinflusste. Er wurde als Rockpoet und Wegbereiter gewürdigt, der keine Angst hatte, seine eigene Vision zu verfolgen und seine eigene Stimme zu finden. Er war, wie er selbst einmal sagte, ein „Coney Island Baby“, der nicht einen Zentimeter zurückwich.
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