Vor mehr als 70 Jahren, am 4. Januar 1954, machte Duisburg Geschichte: Als erste deutsche Stadt führte sie Parkuhren ein, um das Dauerparken in der Innenstadt zu begrenzen. Die damaligen “Parkographen” waren mechanische Uhren, die mit Münzen aufgezogen wurden. Heute sind sie weitgehend von digitalen Parkscheinautomaten abgelöst worden, die mehr Einnahmen für die Kommunen generieren.
Die Parkuhr wurde 1935 in den USA von dem Journalisten und Politiker Carlton Cole Magee erfunden, der ein Patent für ein münzgesteuertes Parkmessgerät einreichte. Die erste Parkuhr wurde am 16. Juli 1935 in Oklahoma City aufgestellt und erhielt den Spitznamen “Schwarze Maria”. Sie sollte das Parken in den Geschäftsstraßen regulieren und Gebühren erheben, die dem Straßenbau zugute kamen. Die Parkuhr war eine Art “Eieruhr für die Straße”, die die verbleibende zulässige Parkzeit anzeigte. Mit dem Einwurf von Münzen bezahlte man die Gebühr für eine bestimmte Parkzeit, die dann von der Uhr heruntergezählt wurde. Wenn die Zeit abgelaufen war, erschien ein rotes Signal, das einen Verstoß anzeigte. Die Parkuhr war eine umstrittene Erfindung, die bei den Autofahrern auf Unmut und Widerstand stieß. Viele versuchten, die Uhren zu manipulieren, zu beschädigen oder zu entfernen.
In Europa wurden 1952 in Basel die ersten Parkuhren aufgestellt. Zwei Jahre später folgte Duisburg, die damals eine der größten Industriestädte Deutschlands war. Am 4. Januar 1954 wurden auf der Straße “Am Buchenbaum” die ersten 20 Parkuhren Deutschlands in Betrieb genommen. Sie kosteten jeweils 400 D-Mark und verlangten einen Groschen pro Stunde. Die Parkuhren stießen jedoch auf Widerstand bei den Autofahrern, die sie als “Groschengräber” bezeichneten und teilweise beschädigten oder entfernten. Erst 1956 wurde die Straßenverkehrsordnung geändert und Parkuhren rechtlich legitimiert.. Die Parkuhren sollten das Parken in der Innenstadt rationieren und die Verkehrssituation verbessern. Außerdem sollten sie eine neue Einnahmequelle für die Stadt sein, die unter den Folgen des Zweiten Weltkriegs litt.
Seit ihrer Einführung hat die Parkuhr mehrere technische Veränderungen erfahren. Die mechanischen Uhren wurden durch elektronische ersetzt, die mit Batterien oder Solarzellen betrieben wurden. Die Münzzahlung wurde durch andere Zahlungsmöglichkeiten ergänzt, wie Prepaid-Karten, EC-Karten oder SMS. Die Parkuhren wurden auch mit Sensoren ausgestattet, die die Belegung der Parkplätze überwachten und an eine Zentrale meldeten. Die Parkuhren wurden auch immer mehr vernetzt, so dass man über Apps oder Internetseiten die Verfügbarkeit und die Preise der Parkplätze abfragen konnte. Heute sind Parkuhren weitgehend durch Parkscheinautomaten ersetzt worden, die mehrere Vorteile haben. Sie können einen Stellplatz mehrfach verkaufen, während die Restparkzeit an der Parkuhr von einem Nachfolger genutzt werden kann. Sie können auch flexiblere Tarife anbieten, die sich nach der Tageszeit, der Nachfrage oder der Umweltzone richten. Sie können auch mehr Daten erfassen, die für die Parkraumbewirtschaftung und die Verkehrsplanung nützlich sind.
Die Parkuhren sind für die Kommunen eine wichtige Einnahmequelle geworden. Laut Statista betrug der Umsatz der Betreiber von Parkhäusern und Parkplätzen in Deutschland im Jahr 2021 rund 1,03 Milliarden Euro. Die Höhe der Parkgebühren variiert je nach Stadt, Lage und Dauer des Parkens. Die günstigsten Parkplätze findet man in ländlichen Gebieten oder am Stadtrand, die teuersten in den Innenstädten oder in Großstädten wie München, Hamburg oder Frankfurt.

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