Der Bayerische Rundfunk (BR) feiert am heutigen Tag seinen Geburtstag. Am 25. Januar 1949 wurde aus Radio München der BR, der erste Sender in der amerikanischen Besatzungszone, der in deutsche Hände überging. Seitdem hat sich der BR zu einem vielfältigen und qualitativen Medienhaus entwickelt, das in Fernsehen, Radio, Online und Social Media für die Menschen in Bayern und darüber hinaus informiert, unterhält und bildet.
Der BR ist eine der ältesten und größten öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Deutschland. Er bietet ein vielfältiges Programm in Hörfunk, Fernsehen und Online an, das die kulturelle, gesellschaftliche und politische Vielfalt Bayerns widerspiegelt.
Die Geschichte des BR beginnt im Jahr 1922, als die „Deutsche Stunde in Bayern“ gegründet wurde. Sie war die erste private Rundfunkgesellschaft in Deutschland, die mit einer Sendekonzession der Reichspost ausgestattet war. Am 30. März 1924 startete sie ihr Programm aus dem Gebäude des Verkehrsministeriums in München. Die ersten Sendungen beinhalteten Zeitansagen, Nachrichten, Wetterberichte, Börsennachrichten und Musik. In den folgenden Jahren entwickelte sich der Rundfunk zu einem wichtigen Medium für Information, Bildung und Unterhaltung. Er übertrug Opern, Hörspiele, Sportreportagen und Volkssendungen, gründete ein eigenes Orchester und ein Hörspielensemble. Im Lauf der Zeit entstanden Nebensender in Nürnberg, Regensburg und Würzburg.
Die Zeit des Nationalsozialismus bedeutete einen tiefen Einschnitt für den Rundfunk. Er wurde gleichgeschaltet und zum Propagandainstrument des Regimes. Die „Deutsche Stunde in Bayern“ wurde 1931 in „Bayerischer Rundfunk GmbH“ umbenannt und 1934 in die zentrale Reichsrundfunkgesellschaft (RRG) eingegliedert. Der Sender wurde 1933 zum „Reichssender München“ und 1940 zum „Reichssender München II“. Er sendete vor allem Kriegsberichte, Durchhalteparolen und Stimmungsmache gegen die Feinde. Am 30. April 1945 stellte er seinen Betrieb ein.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Rundfunk von den amerikanischen Besatzungsbehörden neu organisiert. Er sollte demokratische Werte vermitteln und die Meinungsbildung fördern. Am 25. Mai 1945 ging der Sender „Radio Munich“ auf Sendung, der später in „Radio München“ umbenannt wurde. Er sendete Nachrichten, Kommentare, Reportagen und Unterhaltung. Er wurde von der „Radio München GmbH“ betrieben, die von den Amerikanern kontrolliert wurde. Er bekam Konkurrenz von anderen Sendern, die von den Briten, Franzosen und Sowjets lizenziert wurden.
Nach der Föderalisierung des Rundfunks in Deutschland im Jahr 1949 gründeten die Bundesländer eigene Rundfunkanstalten, die sich zur Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland (ARD) zusammenschlossen. Aus „Radio München“ wurde der „Bayerische Rundfunk“, der als Anstalt des öffentlichen Rechts fortan prinzipiell unabhängig von Staat und Parteien agierte und sich durch Rundfunkgebühren finanzierte.
In den folgenden Jahren erweiterte der Bayerische Rundfunk sein Programmangebot und modernisierte seine technische Ausstattung. Er führte neue Hörfunkwellen wie Bayern 1, Bayern 2, Bayern 3 und Bayern 4 Klassik ein und beteiligte sich am Aufbau des Fernsehens, das 1952 den regulären Sendebetrieb aufnahm. Im Laufe der Zeit entstanden zahlreiche erfolgreiche Sendungen, darunter „Die Abendschau“, „Report München“, „Dahoam is Dahoam“ und „quer“.
Der BR ist heute ein modernes Medienunternehmen, das sich den Herausforderungen der digitalen Welt stellt. Neben seinen klassischen Programmen bietet er auch Online-Angebote wie BR24, BR Mediathek und BR Podcast an. Er engagiert sich für Medienkompetenz, Kultur, Bildung und Heimat. Er initiiert und unterstützt zahlreiche Projekte wie den „ARD Jugendmedientag“, den „Bayerischen Filmpreis“, den „Kreativwettbewerb crossmedia“ und den „Medienkompetenztag“. Die Rundfunkanstalt pflegt Kooperationen mit anderen Radiosendern, Kultureinrichtungen, Schulen und Vereinen und ist ein wichtiger Teil der bayerischen Identität und des öffentlichen Lebens.
Bild: Werner Niedermeier | Werner NiedermeierBildquellen auf dieser Seite:
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