Herbert von Karajan wurde am 5. April 1908 in Salzburg geboren – in jener Stadt, die auch Wolfgang Amadeus Mozart hervorgebracht hat. Musik spielte von Anfang an eine zentrale Rolle in seinem Leben. Bereits im Alter von fünf Jahren erhielt er Klavierunterricht, mit 14 begann er ein Studium an der renommierten Universität Mozarteum. Sein Talent zeigte sich früh: Mit 21 Jahren dirigierte er erstmals ein Orchester – es war der Beginn einer beispiellosen Karriere.
Nach ersten Stationen in Ulm und Aachen machte sich Karajan in den 1930er Jahren rasch einen Namen. 1938 dirigierte er die Berliner Philharmoniker mit solchem Erfolg, dass die Presse ihn als „Wunder Karajan“ feierte. Doch seine Karriere in der Zeit des Nationalsozialismus bleibt bis heute umstritten. Karajan war 1935 der NSDAP beigetreten – ein Fakt, der nach dem Krieg lange für Diskussionen sorgte, auch wenn ihm eine ideologische Nähe zum Regime nicht eindeutig nachgewiesen werden konnte.
Nach 1945 gelang ihm der internationale Durchbruch: Er arbeitete mit den besten Orchestern der Welt – darunter die Wiener Philharmoniker, die Mailänder Scala und die New Yorker Philharmoniker. 1955 übernahm er die Leitung der Berliner Philharmoniker – ein Amt, das er bis zu seinem Tod innehatte.
Karajan war nicht nur ein genialer Dirigent, sondern auch ein Pionier der Aufnahmetechnik. Er erkannte früh die Bedeutung von Schallplatte, Tonband und später CD und war maßgeblich daran beteiligt, klassische Musik einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Sein Streben nach klanglicher Perfektion brachte ihm Bewunderung – und Kritik. Manche warfen ihm vor, Musik zu „glatt“ zu interpretieren, andere sahen in seiner Präzision eine neue Dimension musikalischer Tiefe.
Privat war Karajan eher zurückgezogen. Er liebte schnelle Autos, die Berge und das Segeln. In seinen späteren Jahren lebte er in Anif bei Salzburg. Auch gesundheitlich war er zunehmend angeschlagen. Dennoch dirigierte er bis kurz vor seinem Tod. Am 16. Juli 1989 starb Herbert von Karajan im Alter von 81 Jahren.
Karajans Einfluss auf die klassische Musik ist bis heute spürbar. Seine zahlreichen Aufnahmen sind zeitlose Zeugnisse eines außergewöhnlichen musikalischen Gespürs. Seine Interpretationen von Beethoven, Brahms, Mozart und Wagner gelten bis heute als Referenz.
Am heutigen Tag, an dem sich sein Geburtstag jährt, erinnern wir uns an einen Mann, der Musikgeschichte schrieb – und der mit seiner Leidenschaft Generationen von Musikliebhabern geprägt hat.

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- Herbert-von-Karajan-Tussauds-Wien-wn-crop: Werner Niedermeier | Werner Niedermeier