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16. Juli 2023 – Todestag Jane Birkin

Am 16. Juli 2023 starb Jane Birkin im Alter von 76 Jahren in Paris. Mit ihr verlor die Kulturwelt eine der markantesten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts

Am 16. Juli 2023 starb Jane Birkin im Alter von 76 Jahren in Paris. Mit ihr verlor die Kulturwelt eine der markantesten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts; nicht nur Muse und Stilikone, sondern auch ein engagierter Künstler, Schauspieler und Sänger. Ihr Leben war geprägt von kreativer Vielseitigkeit, persönlichem Mut und einer beispiellosen Verbindung von britischer Herkunft und französischer Eleganz.

Geboren wurde Jane Mallory Birkin am 14. Dezember 1946 in London. Ihr Vater war ein Offizier der Royal Navy, ihre Mutter der Schauspieler Judy Campbell. Der Weg auf die Bühne schien vorgezeichnet. Bereits in den 1960er-Jahren stand Birkin für britische Filme wie „Blow-Up“ vor der Kamera, doch der internationale Durchbruch gelang ihr in Frankreich – und dort sollte sie auch dauerhaft heimisch werden.

1968 traf sie bei Aufnahmen zu dem skandalumwitterten Chanson „Je t’aime… moi non plus“ auf Serge Gainsbourg. Der Song, wegen seiner erotischen Intonation von manchen Radiosendern boykottiert, wurde zum Welthit, und das Duo Birkin & Gainsbourg zum Sinnbild französischer Popkultur. Die beiden wurden ein Paar, lebten zehn Jahre zusammen und blieben auch nach der Trennung künstlerisch und freundschaftlich verbunden. Ihre gemeinsame Tochter Charlotte Gainsbourg trat später selbst als Schauspieler und Musiker in die Öffentlichkeit.

Jane Birkin überzeugte auch als Schauspieler, unter anderem in Filmen von Agnès Varda, Jacques Doillon und Patrice Chéreau. Sie spielte oft fragile, sensible, aber zugleich entschlossene Frauenfiguren – Rollen, die sie mit einer Mischung aus Zurückhaltung und innerer Stärke prägte. Ihre Natürlichkeit und ihr unverwechselbarer Akzent machten sie zu einer Ausnahmeerscheinung im französischen Kino.

Neben der Schauspielerei widmete sie sich über Jahrzehnte auch der Musik. Ihr Repertoire reichte von Chansons bis zu melancholisch-poetischen Eigenkompositionen. Immer wieder interpretierte sie auch die Lieder von Serge Gainsbourg neu und hielt so dessen Werk lebendig – nicht als Erinnerung, sondern als fortdauernde Auseinandersetzung.

Ihr Name ist zudem untrennbar mit der berühmten „Birkin Bag“ verbunden, die das Modehaus Hermès nach ihr benannte. Die Tasche, ursprünglich aus einem Gespräch mit dem Hermès-Chef in einem Flugzeug entstanden, wurde zum Luxusobjekt – Jane Birkin selbst aber distanzierte sich später aus ethischen Gründen von der Verwendung von Krokodilleder und setzte sich immer wieder für Tierschutz und soziale Anliegen ein.

Auch politisch bezog sie Stellung: Sie engagierte sich für Menschenrechte, für Flüchtlinge, gegen Krieg und Ausgrenzung. Mit leiser Stimme, aber großer Konsequenz war sie über Jahrzehnte eine moralische Stimme, die nie ins Pathos kippte.

Jane Birkin starb am 16. Juli 2023 in ihrer Pariser Wohnung. Ihr Tod löste nicht nur in Frankreich, sondern weltweit große Anteilnahme aus. Frankreich verlor einen Wahlfranzosen, Großbritannien einen kulturelle Grenzgänger; und die Welt eine Frau, die sich selbst nie zur Legende stilisierte, aber doch zur Ikone wurde.

Bild: Shutterstock | Shutterstock

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