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18. Juli 2025 – Tag der sauren Süßigkeiten

Heute ist der Tag der sauren Süßigkeiten, an dem Liebhaber von Zitronen, Limetten, Grapefruits und anderen sauren Früchten ihre Leidenschaft für diese erfrischenden Snacks feiern können.

Am 18. Juli wird in den USA der „Tag der sauren Süßigkeiten“ gefeiert, ein Anlass, der inzwischen auch in anderen Ländern Freunde gefunden hat. Ins Leben gerufen wurde dieser Tag 2015 von der American Licorice Company, um die Einführung ihrer Marke „Sour Punch“ zu bewerben. Seither ist der „National Sour Candy Day“ offiziell im Kalender des US-Portals nationaldaycalendar.com verzeichnet. Das Datum selbst hat dabei keine tiefere Bedeutung; es wurde offenbar aus praktischen Gründen gewählt. Dennoch hat sich der Tag als Gelegenheit etabliert, saure Süßigkeiten in all ihren Spielarten zu genießen und zu würdigen.

Sauer macht lustig; dieser Spruch hat in der Welt der Süßigkeiten eine lange Tradition. Tatsächlich reicht die Geschichte saurer Naschereien weit zurück. Bereits im Mittelalter wurden sogenannte Zuckerwerke hergestellt, die neben ihrer Süße auch leicht säuerliche oder würzige Komponenten enthielten. Diese frühen Bonbons dienten oft als Arznei oder Kräuterzubereitung, etwa bei Magenbeschwerden. Mit der industriellen Verarbeitung von Zucker im 19. Jahrhundert entwickelte sich das Spektrum der Süßigkeiten deutlich weiter. In Labors entdeckte man die Wirkung von Fruchtsäuren wie Zitronensäure, Apfelsäure oder Weinsäure – Stoffe, die bis heute den typisch sauren Geschmack erzeugen, indem sie auf der Zunge einen intensiven Reiz auslösen.

In den 1970er- und 80er-Jahren kam es dann zu einem regelrechten Boom: Marken wie „Warheads“ in den USA setzten auf extrem saure Produkte, die nicht nur geschmacklich auffielen, sondern auch für Wettbewerbe und Mutproben beliebt wurden. Spätestens mit der Verbreitung von sozialen Medien und Internet-Challenges wurden solche Produkte weltweit bekannt. Heute gibt es saure Süßigkeiten in den unterschiedlichsten Varianten, von Fruchtgummi über Kaubonbons bis zu mit Pulverkernen gefüllten Lutschern. In Asien erfreuen sich etwa Bonbons mit Yuzu- oder Umeboshi-Aromen großer Beliebtheit, in Mexiko sind scharf-säuerliche Lutscher mit Tamarinden- oder Chili-Geschmack verbreitet.

Was saure Süßigkeiten auszeichnet, ist die reizvolle Kombination aus Süße und Säure. Der Zucker mildert dabei den ersten Schock der Säure ab, sodass sich eine komplexe Geschmackserfahrung ergibt. Dieser Kontrast spricht nicht nur Kinder an, auch Erwachsene greifen zunehmend gern zu diesen Produkten, sei es aus Nostalgie oder aus Neugier auf neue Sorten.

Saure Süßigkeiten erleben in Deutschland derzeit eine bemerkenswerte Renaissance, besonders bei jüngeren Konsumenten. Vor allem die sogenannte Generation Z greift verstärkt zu Produkten mit intensivem Geschmackserlebnis. Klassiker wie Center-Shocks, die in den 1990er-Jahren für Furore sorgten, feiern ein Comeback, und neue Produkte mit besonders saurem Überzug finden reißenden Absatz. Marketingkampagnen setzen gezielt auf Reizworte wie „Mutprobe“ oder „Zungenkribbeln“ und sprechen damit ein Publikum an, das Unterhaltung, Geschmack und Herausforderung zugleich sucht.

Auch zahlenmäßig zeigt sich die Beliebtheit deutlich: Der deutsche Markt für Zuckerwaren, zu dem neben Fruchtgummi und Bonbons auch saure Spezialitäten zählen, erreichte 2024 ein Volumen von rund 3,4 Milliarden Euro. Für 2025 wird ein weiterer Anstieg auf etwa 3,55 Milliarden Euro erwartet, was einem Wachstum von über vier Prozent entspricht. Bis 2029 prognostizieren Marktforscher ein Umsatzplus von rund 29 Prozent. Vor allem Produkte mit ausgefallenen Aromen und auffälligen Texturen tragen dazu bei. Marken wie Haribo setzen zunehmend auf saure Varianten ihrer bekannten Klassiker und erzielen damit teilweise doppelt so hohe Zuwächse wie der Branchendurchschnitt. Besonders stark wächst das Interesse in der Altersgruppe der 20- bis 39-Jährigen.

Die Beliebtheit von Süßwaren ist in Deutschland traditionell hoch. Bereits im Jahr 2005 lag der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch von Zuckerwaren hierzulande bei fast sechs Kilogramm, also deutlich über dem damaligen EU-Durchschnitt. Aktuell verzehren Männer im Schnitt 55 Gramm Süßes pro Tag, Frauen rund 48 Gramm, was einem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von etwa 18 Kilogramm entspricht. Das Segment der sauren Süßigkeiten macht dabei einen wachsenden Anteil aus, auch wenn es bislang keine eigene statistische Kategorie bildet.

Hinter dem Erfolg steht nicht nur ein veränderter Geschmackstrend, sondern auch ein Stück Zeitgeist. In sozialen Medien erfreuen sich sogenannte „sour challenges“ großer Beliebtheit. Nutzer filmen sich dabei, wie sie besonders saure Bonbons oder Kaugummis verkosten und ihre Reaktionen festhalten. Solche viralen Effekte beflügeln die Nachfrage zusätzlich. Der Tag der sauren Süßigkeiten am 18. Juli passt somit hervorragend in die aktuelle Konsumkultur: Er feiert nicht nur eine besondere Geschmacksrichtung, sondern steht sinnbildlich für den Mut, Neues zu probieren; und für die Lust am Spiel mit den Sinnen.

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