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26. August 1923 – Geburtstag Wolfgang Sawallisch

Am 26. August hätte Wolfgang Sawallisch, einer der bedeutendsten deutschen Dirigenten und Pianisten des 20. Jahrhunderts, seinen Geburtstag gefeiert.

Am 26. August hätte Wolfgang Sawallisch, einer der bedeutendsten deutschen Dirigenten und Pianisten des 20. Jahrhunderts, seinen Geburtstag gefeiert. Sein Leben und Wirken war geprägt von einer tiefen Liebe zur Musik, die er in vielen Teilen der Welt mit seinem Können und seiner Persönlichkeit zum Ausdruck brachte.

Wolfgang Sawallisch wurde am 36. August 1923 in München geboren, wo er auch seine musikalische Ausbildung an der Musikhochschule absolvierte. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann er seine Dirigentenkarriere an den Städtischen Bühnen Augsburg und wurde bald darauf an renommierte Häuser wie Aachen, Wiesbaden und Köln berufen. Er war der jüngste Dirigent, der je von den Berliner Philharmonikern eingeladen wurde, und leitete von 1957 bis 1962 die Bayreuther Festspiele

Von 1960 bis 1970 war er Hamburgischer Generalmusikdirektor und Erster Dirigent des Philharmonischen Staatsorchesters, sowie Chefdirigent der Wiener Symphoniker, die ihn zum Ehrenmitglied und Ehrendirigenten ernannten. Von 1973 bis 1980 war er Directeur Artistique des Orchestre de la Suisse Romande in Genf

Seine wohl prägendste Station war jedoch die Bayerische Staatsoper in München, deren Bayerischer Generalmusikdirektor er 1971 wurde und deren künstlerischer Gesamtleiter er von 1982 bis 1992 war. Unter seiner Leitung erlebte das Haus eine Blütezeit mit zahlreichen herausragenden Inszenierungen und Uraufführungen. Er machte sich besonders um das Werk von Richard Strauss verdient, dessen Opern er vollständig einspielte. Er wurde zum Ehrenmitglied der Bayerischen Staatsoper ernannt und dirigierte dort seine letzte Vorstellung im Jahr 2000

Von 1993 bis 2003 war Wolfgang Sawallisch Music Director des Philadelphia Orchestra in den USA, wo er ebenfalls große Erfolge feierte und das Orchester zu internationaler Anerkennung führte. Er gastierte regelmäßig bei den bedeutendsten Orchestern der Welt, wie dem NHK-Orchester in Tokio, dem Orchestra Nazionale di Santa Cecilia, dem Orchestra Filarmonica della Scala in Mailand, dem London Philharmonic und dem Philharmonia Orchestra London, dem Orchestre de Paris, dem Concertgebouw Orkest, den Wiener Symphonikern und dem Israel Philharmonic Orchestra. Er war der einzige Nichtitaliener, der den Goldenen Taktstock Toscanini von der Mailänder Scala erhielt

Neben seiner Tätigkeit als Dirigent war Wolfgang Sawallisch auch ein hervorragender Pianist, der sich vor allem im Kammermusikbereich und als Liedbegleiter einen Namen machte. Er spielte mit berühmten Sängern wie Dietrich Fischer-Dieskau, Elisabeth Schwarzkopf, Brigitte Fassbaender und Thomas Quasthoff. Er trat auch als Solist auf und spielte unter anderem alle Klaviersonaten von Beethoven ein.

Wolfgang Sawallisch war verheiratet mit der Sängerin Mechthild Schmid, die er schon in seiner Jugendzeit kennengelernt hatte. Sie unterstützte ihn in seiner Karriere und übernahm die Rolle seiner Managerin. Sie starb 1998 nach einer langen Krankheit. Wolfgang Sawallisch adoptierte ihren Sohn aus erster Ehe, Jörg, der ebenfalls kurz vor seinem Adoptivvater verstarb. Wolfgang Sawallisch lebte seit 1962 in Grassau im Chiemgau, wo er eine Stiftung zur Förderung junger Musiker gründete. Er starb am 22. Februar 2013 im Alter von 89 Jahren in seinem Haus.

Wolfgang Sawallisch hinterließ ein reiches musikalisches Erbe, das seine Vielseitigkeit, seine Meisterschaft und seine Leidenschaft für die Musik widerspiegelt. Er wurde mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, darunter das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband, der Bayerische Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst, der Bayerische Verdienstorden, der Orden Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste, die Goldene Ehrenmedaille der Stadt München, die Ehrenbürgerwürde von Grassau und die Ehrendoktorwürde mehrerer Universitäten. Er war Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und der Akademie der Künste Berlin.

Bild: Andrea Riegel (Düsseldorf) | CC BY-SA 4.0 International

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